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Russland bei Olympia : Die November-Connection

Die Einladung steht: Bach und Schukow in Rio de Janeiro im August 2015, ein Jahr vor Beginn der Spiele. Bild: AP

Überrascht, dass das IOC Russland für Rio de Janeiro zugelassen hat? Wieso eigentlich? Präsident Thomas Bach und sein russischer Kollege Alexander Schukow hatten den Deal bereits im November ausgehandelt.

          „Ich begrüße die Offenheit der Diskussion sehr“, sagte Thomas Bach, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), „und freue mich über die Tatsache, dass das Russische Olympische Komitee die führende Rolle spielen wird. Wir sind zuversichtlich, dass die vom ROC vorgeschlagenen Initiativen (...) dafür sorgen werden, dass russische Athleten bei den Olympischen Spielen sein werden.“ Und Alexander Schukow, der Präsident des Russischen Olympischen Komitees, sagte: „Das Russische Olympische Komitee ist entschlossen, sauberen Sportlern den Start in Rio zu ermöglichen. Jeder, der illegale Mittel genommen hat, (...) muss bestraft werden.“

          14. November 2015: Wenige Tage nachdem der Internationale Leichtathletik-Verband IAAF Russland auf Grundlage des sogenannten Pound-Berichts, der weitreichende Einblicke in das russische Staats-Doping gab, suspendiert hat, reist Alexander Schukow nach Lausanne, zu einem Treffen mit Bach. Anschließend veröffentlicht das IOC eine Pressemitteilung, aus der die Aussagen Bachs und Schukows stammen.

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          Am 24. Juli 2016 ist Schukow mit Lausanne telefonisch verbunden. Es geht um alles. Die Leichtathleten sind aus dem Spiel, wenige Tage zuvor hat der Internationale Sportgerichtshof Cas die Sperre der IAAF für Rio bestätigt. Jetzt, nachdem ein weiterer Bericht, der sogenannte McLaren-Report, das Ausmaß des staatlichen Sportbetrugs in Russland, insbesondere mit Blick auf die Geheimdienst-Manipulationen während der Winterspiele von Sotschi 2014, bestätigt, könnten alle russischen Sportler von Rio ausgeschlossen werden. Schukow bekommt Gelegenheit, seine Argumente vorzubringen.

          Die Führung des IOC unter Präsident Bach entscheidet sich gegen einen Ausschluss Russlands. Russische Sportler dürfen in Rio starten, sofern sie Auflagen erfüllen. Jeder russische Sportler, der in seiner Karriere wegen Dopings gesperrt war, ist ausgeschlossen. Dass diese Bedingung gegen die Rechtsprechung des Internationalen Sportgerichtshofs verstößt? Unerheblich. Schukow verspricht: Das ROC wird nicht klagen.

          Saubere, russische Athleten dürfen in Rio starten

          13 Mitglieder der Exekutive stimmen für das Vorgehen, die Deutsche Claudia Bokel enthält sich, Craig Reedie, der Präsident der Welt-Anti-Doping-Agentur, ist bei der Abstimmung wegen eines Interessenkonflikts außen vor. Russland startet in Rio. Schukow, IOC-Mitglied, ROC-Vorsitzender, Präsidiumsmitglied der Regierungspartei Einiges Russland, erster stellvertretender Vorsitzender der Staatsduma, des russischen Parlaments, Vorsitzender der Koordinierungskommission für die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking, hat Bach und die Führung des IOC überzeugt. Die Frage ist: wann?

          Die Antwort ist eindeutig. Der Fahrplan, den das IOC nun den Internationalen Verbänden auferlegt hat, weshalb besonders Bach nun auch von Mitgliedern der eigenen Organisation wegen der „enttäuschenden und peinlichen“ Entscheidung (das britische IOC-Mitglied Adam Pengilly) kritisiert wird, führt zu einem Ergebnis, das Bach und Schukow offenkundig schon im November 2015 vereinbart hatten: Für sauber erklärte russische Athleten dürfen in Rio starten, wer gedopt hat, bleibt zu Hause.

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