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Russland und Doping : Hilfe, Mister Trump!

„Wir haben noch keine Informationen“

Außerdem spricht Bach nicht als IOC-Präsident, sondern als Olympiateilnehmer, der er vor vierzig Jahren in Montreal war - da kann man sich einiges wünschen, das nicht durchsetzbar ist. Und schließlich spricht Bach von aktiver Teilnahme. Können sich nicht all die, deren Proben manipuliert wurden, als Gegenstand der Manipulation darstellen, gar als Opfer? Der Welt-Leichtathletikverband IAAF, bei dessen Weltmeisterschaft 2013 in Moskau laut McLaren ebenfalls die Doping-Proben russischer Athleten ausgetauscht wurden, hat festgestellt, dass mehr als die Hälfte der nun angezeigten Athleten bereits gesperrt sind oder in einem Doping-Verfahren stecken.

Bis 2007 zurück habe der Verband Proben aufbewahrt, teilen die Leichtathleten mit, insbesondere die russischen von 2013 würden nun analysiert. Im Übrigen gebe es gerade drei neue positive Fälle von der WM 2007 in Osaka; Ergebnisse von Daegu 2011 werden in der kommenden Woche erwartet. Allein 2016 seien 35 russische Leichtathleten des Dopings überführt worden. Die IAAF hat im Juni den russischen Verband ausgeschlossen und damit den Start russischer Leichtathleten bei den Olympischen Spielen von Rio unterbunden.

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Drei Athleten nannte der Chef-Doper und -Manipulator Rodschenkow im Mai nach Angaben der „New York Times“, neben der kompletten Eishockey-Auswahl der Frauen, beim Namen: den Skilangläufer Alexander Legkow, der in Sotschi Gold und Silber gewann. Den Skeleton-Olympiasieger Alexander Tretjakow. Und den Fahnenträger der russischen Mannschaft und Doppel-Olympiasieger im Bob, Alexander Subkow. Subkow, auf dem Höhepunkt seiner sportlichen Karriere 39 Jahre alt, ist zurückgetreten, hat von Putin einen Verdienstorden erhalten und im Juni die Führung des Bob-Verbandes Russlands von seinem korrupten Vorgänger übernommen.

Sein Einfluss im internationalen Verband, der nun - neben anderen - über den Fall Subkow wird befinden müssen - ist nicht gering. Am Freitag tagte das Führungsgremium in München. „Wir haben noch keine Informationen“, sagte Andreas Trautvetter, Präsident des Deutschen Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD) und Schatzmeister des Welt-Verbandes, auf Anfrage: „Es sollen acht Bobsportler betroffen sein, darunter ein Doppel-Olympiasieger. Aber wir haben dazu keine Angaben.“

Jelena Isinbajewa: „Wir werden hart arbeiten“

Zu der Frage, ob die Weltmeisterschaft wie geplant im Februar 2017 in Sotschi stattfinden soll, äußerte sich Trautvetter nicht. Im Mai hatte der BSD dem Weltverband angeboten, die Wettkämpfe zu übernehmen, war aber abgeblitzt. Solange keine Beweise vorlägen, hatte Verbandspräsident Ivo Ferriani mit Blick auf den Fall Subkow erklärt, glaube er an die Unschuld. Der Druck auf den Weltverband aber ist gewachsen.

Amerikanische Athleten hatten zuletzt die Furcht geäußert, ihre Doping-Proben könnten manipuliert werden, und drohten mit einem Boykott der WM. Jetzt sucht man angeblich doch nach einem neuen Ausrichter, und nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wurden die Deutschen gefragt. Sie würden einspringen, falls sie den Zuschlag bekämen. Doch vermutlich bleibt Sotschi im Programm. Jelena Isinbajewa wird das recht sein. Die Stabhochsprung-Olympiasiegerin und neue Präsidentin der suspendierten russischen Anti-Doping-Agentur bemühte sich um versöhnliche Töne und eine zweite Chance: „Wir werden hart arbeiten, um zu beweisen, dass man Russland trauen kann.“

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