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Posdnjakow neuer NOK-Chef : Putin will Rehabilitierung des russischen Sports

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Staatspräsident Putin stellt Forderungen: „Es ist wichtig, dass wir unsere Position im internationalen Sport wieder herstellen“ Bild: AP

Der frühere Weltklassefechter Posdnjakow setzt sich gegen den ehemaligen Schwimm-Star Popow durch. Staatspräsident Putin fordert die vollständige Rückkehr Russlands in den internationalen Sport.

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          Der frühere russische Weltklassefechter Stanislaw Posdnjakow ist zum neuen Präsidenten des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) gewählt worden. Der 44-Jährige setzte sich in der Abstimmung am Dienstag mit 78,8 Prozent gegen den früheren Schwimmer Alexander Popow durch, wie die Agentur R-Sport in Moskau meldete. Wichtigste Aufgabe sei, nach der Doping-Krise die Beziehungen des russischen Sports zum Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und den Weltsportverbänden zu normalisieren, sagte der vierfache Olympiasieger im Säbelfechten. Im Kampf gegen Doping werde das NOK gerade den „Hochrisiko-Sportarten“ in Russland und anderen Ländern helfen.

          Posdjnakow war seit 2016 NOK-Vizepräsident. Seine Bewährungsprobe waren die Winterspiele in Südkorea im Februar, als russische Sportler ohne eigene Fahne und Hymne antreten mussten. Zwei russische Sportler fielen mit positiven Doping-Proben auf. Als NOK-Präsident in Russland folgt er auf den Politiker Alexander Schukow, der im April seinen Rücktritt erklärt hatte.

          Staatspräsident Wladimir Putin hatte vor Posdnjakows Wahl die vollständige Rückkehr Russlands in den internationalen Sport gefordert. „Es ist wichtig, dass wir unsere Position im internationalen Sport wieder herstellen, aktiv an der Arbeit der internationalen Verbände teilnehmen und die Wirksamkeit des Anti-Doping-Kampfes verbessern“, sagte Putin. Die russische Anti-Doping-Agentur ist nach den Berichten über staatlich gelenktes Doping weiterhin suspendiert.

          In der vergangenen Woche war in einem Brief von Funktionären um Sportminister Pavel Kolobkow und Schukow an die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada die Rede von systematischen Manipulationen. Das Wort „institutionell“, das eine der wichtigen Schlussfolgerungen der Wada-Untersuchung durch Ermittler Richard McLaren war, wurde vermieden. Zudem hat die Wada weiterhin keinen Zugang zu den im Moskauer Anti-Doping-Labor gelagerten Proben.

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