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Eishockey-Torwart verhaftet : Auf russische Art

Ungewisse Zukunft: In Peking spielte Fedotow noch im Olympia-Team. Bild: AP

Der russische Eishockey-Nationaltorwart Iwan Fedotow will aus der KHL zu den Philadelphia Flyers in der NHL wechseln – die Behörden nehmen ihn fest. Wie es mit ihm weitergeht, ist ungewiss.

          3 Min.

          Noch bevor der Krankenwagen abfahren kann, gewährt die Kamera einen kurzen Einblick durch die Fensterscheibe ins Innere des Fahrzeugs: Die Knie angewinkelt und den langen Arm über den Kopf geschlagen liegt Iwan Fedotow, Torwart der russischen Nationalmannschaft, hilflos auf einer Trage. Der junge Mann heftet einen leeren Blick zur Decke. Die Zukunft des namhaften Athleten ist ungewisser denn je – und der Grund dafür ist weder eine Verletzung noch Krankheit, sondern der Kriegsdienst.

          Alexander Davydov
          Sportredakteur.

          Wie russische Medien berichteten, ist der 25-jährige am Freitag in Sankt Petersburg festgenommen worden. Der Grund dafür: Fedotow soll versucht haben, der Militärpflicht zu entgehen. Das Video, das den Eishockeyspieler auf dem Weg ins Krankenhaus zeigt und in den sozialen Medien zirkuliert, soll dabei unmittelbar vor einem Rekrutierungsbüro, in das Fedotow zuvor unter Polizeigeleit geführt worden war, aufgenommen worden sein. „Fedotow sagte, dass man ihm eine Art Injektion verabreicht habe, von der er nicht wüsste, was es sei“, sagte dessen Anwalt, Aleksej Ponomarew, gegenüber russischen Medien. ,,Man habe ihm gesagt, dass dies vom Arzt so verschrieben worden sei.“

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