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ARD-Dopingexperte : Russische Justiz kündigt Vernehmung von Seppelt an

  • Aktualisiert am

Der ARD-Dopingexperte Hajo Seppelt. Bild: AFP

Dem deutschen Journalisten Hajo Seppelt war zunächst das Visum für die Einreise nach Russland zur Fußball-Weltmeisterschaft 2018 verweigert worden. Nachdem dieses Einreiseverbot nun aufgehoben wurde, kommt es zu einer neuen Wendung.

          Die russische Justiz will den ARD-Dopingexperten Hajo Seppelt vernehmen, falls dieser zur Fußball-WM nach Russland kommen sollte. Hintergrund seien die laufenden russischen Ermittlungen gegen den Doping-Kronzeugen Grigori Rodschenkow, sagte die Sprecherin des Staatlichen Ermittlungskomitees am Dienstag in Moskau. Russland habe Deutschland um Rechtshilfe ersucht, um Seppelt zu dessen Enthüllungen über angebliches Doping befragen zu können. Die deutsche Seite habe immer darauf verwiesen, dass der Journalist von seinem Recht auf Zeugnisverweigerung Gebrauch mache.

          „Sollte Seppelt jetzt das Gebiet der Russischen Föderation betreten, wird das Staatliche Ermittlungskomitee erneut Mittel ergreifen, um ihn zu befragen“, sagte Sprecherin Swetlana Petrenko der Agentur Interfax zufolge. Russland hatte ein Einreiseverbot gegen Seppelt verhängt, was viel kritisiert wurde. Dieses Einreiseverbot ist mittlerweile wieder aufgehoben, wie Außenminister Heiko Maas (SPD) am Dienstag zunächst auf Twitter verkündet hatte. Mittlerweile hat der internationale Fußballverband Fifa bestätigt, dass das Visum für Seppel genehmigt wurde. Maas sprach jedoch nur von einem „Zwischenerfolg“.

          Die russische Botschaft in Berlin teilte dazu mit, Seppelt sei per Gerichtsbeschluss zur unerwünschten Person erklärt worden. „Diese Reise zur WM wird eine Ausnahme sein“, die durch die Akkreditierung der Fifa bedingt sei, sagte Botschaftssprecher Denis Mikerin der Agentur Tass zufolge. Seppelt könne bei der WM ungehindert journalistisch arbeiten, sagte Mikerin demnach.

          Die ARD hatte am Freitag mitgeteilt, dass das vom SWR für Seppelt beantragte Visum für die Titelkämpfe vom 14. Juni bis 15. Juli für ungültig erklärt worden sei. Der Journalist stehe auf einer Liste der in Russland „unerwünschten Personen“ und könne daher nicht in die Russische Föderation einreisen. Nähere Angaben zu den Hintergründen seien nicht gemacht worden, teilte der Sender mit.

          Die Bundesregierung hatte die russische Entscheidung am Montag scharf kritisiert. „Wir halten diese Maßnahme der russischen Behörden, Herrn Seppelt das Visum für ungültig zu erklären, für falsch“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Die freie Berichterstattung über eines der größten Sportereignisse weltweit müsse gewährleistet werden. „Wir sind der Überzeugung, es stünde Russland als Gastgeber schlecht an, wenn es so offensichtlich die Presse- und Meinungsfreiheit vor den Augen der Welt beschnitte.“

          Bundeskanzlerin Angela Merkel trifft an diesem Freitag den russischen Präsidenten Wladimir Putin in dessen Sommerresidenz in Sotschi am Schwarzen Meer.

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