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Russische Abrechnung : Sotschi hat 33 Milliarden gekostet

Nachnutzer: Der russische Präsident Putin im Mai in Sotschis Eishockeystadion Bild: dpa

Was bleibt von den Winterspielen in Sotschi? Das IOC zeigt sich in dieser Woche begeistert, die Ausrichter jubeln. Tatsächlich hat das Spektakel 33 Milliarden Euro gekostet - und Sportstätten, um die die Ski-Weltcups große Bögen machen.

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          Die Olympischen Winterspiele in Sotschi haben knapp 33 Milliarden Euro gekostet und waren damit die teuersten Spiele in der olympischen Historie. Der Betrag vom umgerechnet 44,9 Milliarden Dollar geht aus den Abrechnungen des Staatsunternehmens „Olimpstroj“ hervor, das kurz vor der Auflösung steht, berichtet der Branchendienst „Around the Rings“.

          Über „Olimpstroj“ hatte die russische Regierung die Vorbereitung und den Bau der olympischen Sportstätten und der Infrastruktur in Sotschi und den Sportstätten im Kaukasus aufgezogen. Ursprünglich war „Olimpstroj“ von rund 6,5 Milliarden Euro ausgegangen, aber Landkäufe und der Bau der Eisenbahnstrecke in den Kaukasus hätten die Vorhaben verteuert. Der nun genannte Betrag deckt sich mit den Angaben russischer Oppositioneller, unter ihnen Alexej Nawalnyj, die der Staatsführung um Präsident Wladimir Putin bereits vor den Spielen Verschwendung und Korruption in riesigem Ausmaß vorgeworfen hatten. Putin selbst hatte die Kosten der Spiele stets mit rund 4,5 Milliarden Euro beziffert.

          Thomas Bach, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees hatte die Spiele von Sotschi in dieser Woche ausdrücklich gelobt. „Die Winterspiele werden besser und besser. Dieser Trend hat sich in Sotschi fortgesetzt.“ Dies sei „beispielsweise“ durch gestiegene Einschaltquoten zu belegen. Er fügte hinzu, das IOC habe 750 Millionen Dollar, rund 550 Millionen Dollar, zu den Betriebskosten der Spiele beigetragen.

          In der sogenannten „Abschlussbesprechung“ der Olympiade von Sotschi in dieser Woche im südkoreanischen Pyeongchang, Gastgeber der kommenden Winterspiele 2018, haben die russischen Organisatoren zudem auf das Vermächtnis der Spiele verwiesen. „Wir haben der Welt eine Blaupause geliefert, der sie folgen können. Wir haben für künftige Spiele den Standard gesetzt“, zitiert eine IOC-Pressemitteilung Dmitrij Tschernyschenko, den Vorsitzenden des Organisationskomitees der Spiele von Sotschi.

          Insbesondere das Erbe der Winterspiele wurde bei dem Treffen in Pyeongchang hervorgehoben. So sei es künftig möglich, in allen Wintersportarten internationale Wettbewerbe auszutragen.

          „RUS?“ TBD

          Tatsächlich verzichten die Skispringer bereits in der kommenden Saison auf einen Weltcup in Sotschi und springen in Nischni Tagil im Ural. Darüber hinaus wird in keiner vom internationalen Skiverband Fis ausgetragenen Sportart nach dem derzeitigen Stand der Planungen ein Weltcup in Sotschi ausgetragen. Nach den auf der Website des Verbandes einsehbaren langfristigen Terminkalendern, die teilweise bis zur Saison 2017/2018 geschrieben sind, ist demnach ein Weltcup auf den olympischen Pisten und Anlagen in den Bergen oberhalb von Sotschi vorgesehen.

          Bild mit Seltenheitswert: Skispringer in Rosa Khutor

          Im Terminplan für die Langläufer sind für die Saison 2016/2017 im Januar 2017 möglicherweise zwei Weltcups in Russland vorgesehen, deren Austragungsorte aber offenkundig noch nicht feststehen. Das entsprechende Feld in der Rubrik Austragungsland ziert die Kennzeichnung „RUS?“. Zum Austragungsort heißt es: „TBD“, to be determined. Frei übersetzt: Wir suchen noch.

          Der stellvertretende russische Ministerpräsident Dmitrij Kozak hatte Mitte April vor dem russischen Parlament angeben, die Eisschnelllaufhalle solle in eine Tennishalle umgewandelt werden und der Weiterbetrieb der Eisenbahnlinie von Sotschi zu den Wintersportorten im Kaukasus werde im Jahr mehr als 60 Millionen Euro im Jahr kosten.

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