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Rechtsstreit mit Qatar : Zwanziger macht der Fifa Druck

Theo Zwanziger setzt die Fifa unter Druck Bild: dpa

Nach dem gewonnenen Rechtsstreit mit Qatar beklagt Theo Zwanziger abermals die Missstände im Emirat – und stellt hinsichtlich der Menschenrechtslage vor der Fußball-WM Forderungen an die Fifa.

          Nach dem gewonnenen Rechtsstreit mit dem Fußballverband von Qatar fordert der frühere Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Theo Zwanziger, die angekündigte, aber bisher nicht erfolgte Einsetzung einer unabhängigen Kommission zur Prüfung der Menschenrechtslage hinsichtlich der WM 2022 in dem Emirat „endlich anzugehen“. Der einstige DFB-Chef, der bis 2014 dem höchsten Gremium des Internationalen Fußball-Verbandes (Fifa) angehörte, hatte Qatar als „Krebsgeschwür des Weltfußballs“ bezeichnet und war daraufhin verklagt worden. Im Prozess vor dem Landgericht Düsseldorf setzte er sich jedoch durch. Die qatarische Seite verzichtete danach auf eine Berufung, so dass das Urteil rechtskräftig ist. „An dem Prozess hat sich ein weiteres Mal gezeigt, dass man glaubt, mit viel Geld die Kritiker einschüchtern zu können. Aber das, was zu tun wäre, nämlich die Menschen von der Ehrlichkeit der Qatarer zu überzeugen, unterbleibt“, sagte Zwanziger der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          So stünde die Schaffung einer Kontrollstelle, welche die Missstände beim WM-Ausrichter dokumentiert und die Umsetzung des Reformprogramms begutachtet, weiterhin aus. „Es scheint hier keine Fortschritte zu geben“, sagte Zwanziger. Er hatte im Dezember 2014 im Fifa-Vorstand beantragt, dass die Verantwortlichen in Qatar dringend gebeten würden, bis spätestens März 2015 eine unabhängige Kommission zu berufen. Dies war zuvor selbst in einem Report der von den Qatarern beauftragten Anwaltskanzlei DLA Piper gefordert worden. Die Fifa weist auf Anfrage darauf hin, dass die WM-Organisatoren angeblich ein System zur Überwachung aufgebaut hätten. Eine Kommission solle noch kommen. Die WM-Ausrichter in Qatar verwiesen zuletzt stets auf ein umfangreiches Reformpaket zur Verbesserung der Arbeitsrechte, das im Dezember durch die politischen Gremien in dem Emirat gehen soll.

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