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Früherer Präsident Brundage : Die Olympier schauen weg bei Rassismus

Avery Brundage war Präsident des Internationalen Olympischen Komitees von 1952 bis 1972. Bild: Picture-Alliance

Der frühere Präsident Avery Brundage machte aus seiner Weltsicht kein Geheimnis, nicht bei seiner Begeisterung für die Spiele der Nazis 1936, nicht danach. Und das IOC? Der Rassist wirft seinen langen Schatten bis heute.

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          Sie nannten ihn „Slavery Avery, den Mann mit einem Diskus an dem Platz, wo ein Herz sein sollte“. Nein, nicht die Leitung des Asian Art Museum in San Francisco, die vor wenigen Tagen entschied, die Büste von Avery Brundage aus dem Foyer des Museums zu entfernen. Der Mann, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) von 1952 bis 1972, hatte einen Sinn für Kunst, aus den von ihm gesammelten, dann gestifteten Werken ging das Museum in der Nähe des Rathauses der Stadt am Pazifik hervor.

          Direktor Jay Xu sagte nun, man sei sich des vollen Umfangs Brundages rassistischen Verhaltens erst 2016 bewusst geworden, nun habe das Abbild des Patrons, der „für rassistische und antisemitische Weltsichten eintrat“, verschwinden müssen. Man wolle sich der Geschichte des eigenen Hauses stellen.

          Zurück zu Slavery Avery, dem Mann mit dem Diskus an Stelle des Herzens: so beschrieben ihn die Journalisten von „Sports Illustrated“ am 30. Januar – 1956. Tatsächlich hat Brundage aus seiner Weltsicht kein Geheimnis gemacht, nicht angesichts seiner Begeisterung für die Spiele der Nazis 1936, nicht danach. Und das IOC? Produzierte erst 2018 einen Dokumentarfilm zum Olympia-Ausschluss des Apartheidsstaats Südafrika 1968 – ohne zu erwähnen, auf welcher Seite sein Präsident Brundage stand. Der Rassist wirft seinen langen Schatten bis heute.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

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