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Laut FIFA-Schreiben an Wales : Regenbogenfarben sollen Fans keinen Ärger mehr machen

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Kam auch mit Regenbogen-Ärmeln ins Stadion: Die frühere dänische Premierministerin Helle Thorning-Schmidt beim Spiel der Dänen gegen Tunesien. Bild: AP

In den ersten Tagen der WM kam es immer wieder zu Fällen, in denen Fans Kleidungsstücke in Regenbogenfarben von Sicherheitskräften abgenommen wurden. Damit soll nun Schluss sein, wie aus einer Antwort der FIFA an Wales hervorgeht.

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          Qatar wird seine restriktive Haltung bezüglich der Regenbogenfarben in den WM-Stadien aufgeben. Mit Beginn der zweiten Runde der Gruppenphase am Freitag sollen Anhänger, die ihre Unterstützung für die LGBTQ+-Community in den Arenen dokumentieren, dafür nicht mehr vom Sicherheitspersonal behelligt werden.

          Genau dies war in den vergangenen Tagen mehrfach geschehen. Stadionbesucher waren immer wieder aufgefordert worden, ihre bunten Kleidungsstücke auszuziehen und entsprechende Motive zu verdecken. Aus der Antwort des Fußball-Weltverbandes FIFA auf eine Anfrage von WM-Teilnehmer Wales geht nun hervor, dass diese Interventionen eingestellt werden. Die britische Zeitung „The Times“ hatte am Dienstag berichtet, dass die FIFA das Gespräch mit den Gastgebern gesucht hatte, nachdem sich die Berichte über striktes Eingreifen der Sicherheitskräfte aufgrund von Kleidungsstücken in den Regenbogenfarben gemehrt hatten.

          „Alle WM-Austragungsorte wurden kontaktiert und angewiesen, die vereinbarten Regeln und Vorschriften einzuhalten“, teilten die Waliser vor dem Spiel ihrer Mannschaft am Freitag gegen Iran (11 Uhr MEZ im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM, in der ARD und bei Magenta TV) mit.

          Am Mittwoch hatte sich auch Innenministerin Nancy Faeser bei ihrem Besuch der mobilen Fanbotschaft des DFB in Doha eingeschaltet und Qatar kritisiert. „Das enttäuscht mich sehr“, hatte die SPD-Politikerin über den Fall eines deutschen Fans gesagt, dem eine Armbinde und ein Schweißband in Regenbogenfarben abgenommen worden waren. „Das ist nicht mein Verständnis von Sicherheitsgarantien, die mir der Innenminister gegeben hat.“ Premier- und Innenminister Scheich Khalid bin Khalifa bin Ab­dulaziz Al Thani hatte Faeser Anfang November in Qatar versichert, jeder sei zur WM willkommen.

          Auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf kritisierte bei dem Termin im Vorfeld der deutschen Auftaktniederlage gegen Japan an die Zusicherungen im Vorfeld des Turniers erinnert. „Wir haben von verschiedenen Teams die Nachricht bekommen, dass Regenbogenbinden abgenommen wurden“, sagte er und erinnerte an die Worte von FIFA-Präsident Gianni Infantino, der ebenfalls angegeben hatte, „jeder“ sei in Qatar willkommen. „Das ist für uns kein Zeichen des Willkommens“, sagte Neuendorf.

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