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Kommentar : Qatar steht unter Zugzwang

So soll die Fußball-WM 2022 in Qatar einmal aussehen Bild: dpa

Qatar gewinnt immer stärker an Bedeutung. Ausgerechnet durch die Fußball-Expansion gerät das Golfemirat nun unter besonderen politischen Druck. Daher kann sich die umstrittene WM-Vergabe an Qatar doch noch lohnen.

          Mit Geld und politischem Einfluss hat Qatar stark an Bedeutung gewonnen. Das Golfemirat kann vor dem Hintergrund seiner Wirtschaftskraft, der Ausweitung in wichtige Märkte und seiner Rolle im arabischen Raum als kleinste Großmacht bezeichnet werden. Mit welcher Zielstrebigkeit dort am eigenen Aufstieg gearbeitet wurde, zeigt gerade das Beispiel Fußball, der in den verschiedensten Bereichen durch die Milliarden aus Qatar geschäftlich befeuert wird und zugleich auch in eine spezielle Abhängigkeit geraten ist.

          Die Qatar-Connection hat an wichtigen Stellen direkten oder indirekten Einfluss, inzwischen geht es sogar bis zum Einkauf von Fernsehrechten an großen europäischen Ligen. Auf der anderen Seite geraten die Qatarer ausgerechnet durch ihre Fußball-Expansion unter besonderen politischen Druck. Die für viele außerhalb der Golfregion so ungeliebte Weltmeisterschaft im Jahr 2022 und die gleichzeitige Angst der Qatarer vor dem Entzug dieser Megaveranstaltung sorgen dafür, dass zumindest die westliche Welt genau hinschaut auf Reformprozesse im autokratisch regierten Wüstenstaat.

          Wenn es also irgendwann so weit ist, dass die ärmlichen Gastarbeiter-Bataillone vornehmlich aus Südasien durch neue Gesetze mit mehr Respekt behandelt und besser vor Ausbeutung geschützt werden, hat sich die umstrittene WM-Vergabe an Qatar gelohnt.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

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