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Qatar-Berichte : Niersbach „erschüttert“ über Todeszahlen

Sklaverei und Todesfälle: die Zustände auf den WM-Baustellen Qatars werden weiter scharf kritisiert Bild: dpa

„Es reicht nicht aus, diese Missstände immer wieder zu beklagen, es muss schnellstens etwas Konkretes passieren“, sagt DFB-Präsident Niersbach angesichts der vielen Todesfälle auf Qatars WM-Baustellen.

          Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Wolfgang Niersbach, hat sich zu den neuen Berichten geäußert, nach denen auf Baustellen im WM-Land Qatar angeblich mehr ausländische Arbeiter ums Leben gekommen sind als bislang bekannt. „Es ist furchtbar, die erschütternden Meldungen von den Baustellen in Qatar zu lesen. Es reicht nicht aus, diese Missstände immer wieder zu beklagen, es muss schnellstens etwas Konkretes passieren“, sagte Niersbach am Samstag der F.A.S.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Genau deshalb habe er im November vergangenen Jahres in Zürich den Internationalen Gewerkschaftsbund und den Weltfußballverband (Fifa) zusammengebracht, „weil beide zusammen die Möglichkeiten haben, den Druck zu erhöhen und über diesen Weg hoffentlich die dringend nötigen Änderungen herbeizuführen“, merkte der DFB-Präsident an.

          Die englische Zeitung „The Guardian“ berichtet, dass seit den Enthüllungen im vergangenen September über tödlich verunglückte Arbeiter aus Nepal angeblich 36 weitere Landsleute auf qatarischen Baustellen verstarben. Insgesamt sollen es im Jahr 2013 damit 185 Nepalesen sein, die dort bei der Arbeit umgekommen sind. Es müssten „zügig und dauerhaft“ faire Arbeitsbedingungen eingeführt werden, hieß es am Samstag von der Fifa. Die umstrittene WM in Qatar soll im Jahr 2022 ausgerichtet werden.

          Wolfgang Niersbach: „Es ist furchtbar, die erschütternden Meldungen von den Baustellen in Qatar zu lesen“

          Am 13. Februar wird vor dem Menschenrechtsausschuss des Europäischen Parlaments eine Anhörung zu der Situation in Qatar stattfinden, an dem für die Fifa das deutsche Vorstandsmitglied Theo Zwanziger teilnehmen wird. „Wir sind derzeit mit Blick auf die Anhörung, die von der Fifa sehr begrüßt wird, dabei, die Faktenbasis zu verbessern“, sagte Zwanziger der F.A.S. Dazu gehörten Stellungnahmen von Amnesty International und der Internationalen Arbeitsorganisation. Mit der qatarischen Seite solle vor dem Termin in Brüssel noch ein „Gedankenaustausch“ stattfinden.

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