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Russlands Schwimmstar Rylow : „Ich verstehe nicht, was ich getan haben soll“

„Wir prüfen sorgfältig den Kern des Falles und die Anschuldigungen gegen mich“: Jewgeni Rylow Bild: AP

Bei Olympia in Tokio gewann Jewgeni Rylow zwei Mal Gold und ein Mal Silber. Nun suspendiert der Schwimm-Weltverband ihn. Rylow ist sich keiner Schuld bewusst. Ein Politiker spricht von „Russophobie“.

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          Der Schwimm-Weltverband FINA hat den zweifachen russischen Olympiasieger von Tokio, Jewgeni Rylow, für neun Monate suspendiert. Das gab der Verband am Donnerstag auf seiner Webseite bekannt. Auslöser war Rylows Teilnahme am achtjährigen Jubiläum der völkerrechtswidrigen Annektierung der Krim am 18. März.

          Alexander Davydov
          Sportredakteur.

          Bei der Veranstaltung, die im Olympiastadion Luschniki in Moskau stattfand, verteidigte Präsident Putin in einer Rede den Angriffskrieg in der Ukraine. „Meine Anwälte befassen sich mit der Situation“, sagte Rylow gegenüber russischen Medien. „Wir prüfen sorgfältig den Kern des Falles und die Anschuldigungen gegen mich.“

          Der Schwimmer, 2021 in Russland zum Sportler des Jahres gewählt, sei sich keiner Schuld bewusst und erwäge eine Anfechtung. „Ich bin auf die Bühne gegangen und habe unsere Hymne bei einem Konzert gesungen, das dem achten Jahrestag der Wiedervereinigung der Krim und Sewastopols mit Russland gewidmet war, und ich trug Kleidung mit dem Buchstaben Z. Ich verstehe nicht, was ich getan haben soll.“

          Der russische Abgeordnete Dmitri Swischtschew kritisierte die Suspendierung als „Hysterie“ und „Russophobie, die an den Nationalsozialismus“ erinnere: „Diese Entscheidung muss angefochten werden“, sagte er. „Rylow drückte seine staatsbürgerliche Position aus, und ihn dafür auszuschließen, bedeutet, alle internationalen Regeln zu verletzen. Die FINA hat sich den politisierten Verbände angeschlossen, die russische Athleten ohne Grund diskriminieren.“

          Die Suspendierung von Rylow, der zudem wie alle russischen und belarussischen Schwimmer von sämtlichen Veranstaltungen bis zum Ende des Jahres 2022 ausgeschlossen ist, endet am 19. Januar 2023.

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