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Einspruch gegen Sperre : Putin kämpft um Olympia

Noch Gold im Visier: Wladimir Putin auf seiner Pressekonferenz am Donnerstag. Bild: EPA

Die vierjährige Sperre für Olympische Spiele und Weltmeisterschaften will Russland nicht akzeptieren. Die russische Antidoping-Agentur wird beim Cas Einspruch einlegen - so wie Präsident Putin das gefordert hatte.

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          Die russische Anti-Doping-Agentur (Rusada) zieht gegen die in der vergangenen Woche von der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) verkündeten Sanktionen vor das Internationale Sportschiedsgericht Cas. Das ist das Ergebnis der Aufsichtsratssitzung der Rusada am Donnerstag in Moskau und wurde anschließend auf einer Pressekonferenz vom Vorsitzenden des Aufsichtsrats, Alexander Iwlew, verkündet. Bereits zuvor hatte der russische Präsident Wladimir Putin, dessen jährliche Pressekonferenz vor jener der Rusada begonnen hatte und weit darüber hinaus reichte, gesagt, es müsse alles dafür getan werden, dass russische Sportler bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften im Namen Russlands und unter der russischen Flagge starten dürften. Vielsagend war dabei Putins Aussage: „Wenn die Wada keine Probleme mit unserem Nationalen Olympischen Komitee hat, muss unser Team auch unter seiner Flagge antreten“, sagte Putin und bezog sich auf die Olympische Charta.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

          Bereits bevor die Wada am 9. Dezember ihre Entscheidung bekannt gegeben hatte, nach der unter anderem russische Sportler und Mannschaften bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spiele über einen Zeitraum von vier Jahren als neutrale Athleten starten sollen, hatte das federführende „Compliance Review Committee“ unter Leitung des britischen Rechtsanwalts Jonathan Taylor festgestellt, dass dem nationalen olympischen Komitee Russlands (ROK) bei der bis in den Januar 2019 fortgesetzten Daten-Manipulation im Moskauer Anti-Doping-Labor kein Fehlverhalten nachzuweisen sei.

          Dauer des Verfahrens vor Cas unabsehbar

          Wer die Daten gefälscht hat, zum Teil noch während Ermittler der Wada im Gebäude in Moskau waren, um, nach Überzeugung der Wada den nach Amerika ausgewanderten Kronzeugen Grigorij Rodtschenkow zu belasten, ist unklar. Das Moskauer Labor war vom staatlichen Ermittlungskomitee versiegelt worden. Die Strafverfolgungsbehörde untersteht Putins Präsidialverwaltung. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte in einer Stellungnahme zu den Erkenntnissen des CRC am 26. November heraus gestrichen, dass „wir feststellen, dass die Sportbewegung in keiner dieser Manipulationen beteiligt war, und dass der Bericht (des CRC; d. Red.) kein Fehlverhalten der Sportbewegung in dieser Hinsicht indiziert, insbesondere mit Blick auf das ROK oder seine Mitglieder.“

          Einem Reporter der Nachrichtenagentur AP hatte IOC-Präsident Bach bereits Mitte November gesagt, etwaige Strafen würden letztlich vom Cas ausgesprochen werden: „Unser Prinzip ist: die Schuldigen müssen so hart wie möglich bestraft werden, die Unschuldigen müssen beschützt werden.“ Die Wada-Sanktionen, gegen die nun Einspruch eingelegt werden soll, sehen unter anderem vor, dass russische Athleten nur bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften starten können, sofern sie belegen, dass sie nicht vom staatlichen Doping-Programm oder den Daten-Manipulationen profitiert haben.

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