https://www.faz.net/-gtl-7lpha

Protest gegen die Fußball-WM : Schwere Krawalle in São Paulo

  • Aktualisiert am

Kampf gegen den Cup: In São Paulo ist die Stimmung aggressiv Bild: AFP

Die Milliardenkosten für die Fußball-WM lösen im Gastgeberland Brasilien wieder Proteste aus. In vielen Städten bleiben die Proteste friedlich, in São Paulo kommt es zu Randalen und Tumulten.

          Knapp fünf Monate vor dem WM-Anpfiff sind in mehreren Städten Brasiliens erneut Demonstranten aus Protest gegen die Milliardenkosten für die Veranstaltung auf die Straße gegangen. Dabei kam es am Samstag in São Paulo auch zu Krawallen und Auseinandersetzungen zwischen radikalen Gruppen und der Polizei, die Gummigeschosse und Tränengas einsetzte, wie lokale Medien berichteten.

          An der Aktion in São Paulo beteiligten etwa 2500 Demonstranten. Vermummte Randalierer des sogenannten Schwarzen Blocks verwüsteten Bankfilialen, legten Brände und versuchten, Polizeiwagen umzustürzen. Ein Auto fing Feuer. Unklar ist, ob es absichtlich abgezündet wurde oder durch einen brennenden Mülleimer in Brand geriet. Über Verletzte wurde zunächst nichts bekannt. Die Polizei nahm mindestens 130 Menschen fest, die aber im Laufe der Nacht zum Sonntag wieder freikamen.

          Die Demonstranten wagen die Prognose, dass es keinen World Cup 2014 geben werde Bilderstrecke

          Die Proteste hatten am Samstag in der Nähe der zentralen Avenida Paulista zunächst friedlich begonnen. Auf Flugblättern stand: „Wenn es keine Rechte gibt, gibt es keine WM.“ Die Brasilianer hätten bemerkt, dass die Milliardenkosten für den Bau der WM-Stadien das Leben der Bevölkerung nicht verbesserten, hieß in dem Text. Das sei bei der Protesten im Juni 2013 klar geworden. „Der Juni war erst der Anfang.“

          In Rio, wo im Juli das WM-Finale ausgetragen wird, zogen einige Hundert Demonstranten über die Strandpromenade Avenida Atlântica an der Copacabana. Sie forderten mehr Investitionen in den Bildungs- sowie Gesundheitsbereich. Dort blieb der Protest friedlich.

          Auch aus den WM-Orten Belo Horizonte, Recife, Fortaleza und Natal wurden kleinere Protestaktionen gemeldet. Vereinzelt wurden dort Mülleimer und Reifen angezündet. Im Juni 2013 waren in Brasilien während des Confed-Cups - der WM-Generalprobe - landesweit bis zu eine Million Menschen aus Protest gegen Korruption und Misswirtschaft auf die Straße gegangen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          2007 sitzt Kanzlerin Angela Merkel von dem Eqi Gletscher in Dänemark – heute ist der Klimawandel eine ihrer größten Herausforderungen. (Archivbild)

          Klimapolitik der CDU : Die größte Baustelle der Merkel-Ära

          Die CDU will endlich den gordischen Klima-Knoten durchschlagen. Es wäre aber schon viel gewonnen, wenn der Preis auf Kohlendioxid nicht so endet wie die Energiewende.

          Brexit-Treffen : Johnson blitzt bei Juncker ab

          Der britische Premierminister Johnson hatte Zuversicht verbreitet, doch seine Gespräche mit Kommissionschef Juncker blieben ohne konkretes Ergebnis. Das erste Treffen zwischen den beiden Politikern findet ein kurioses Ende.
          Die saudische Ölraffinerie in Abqaiq nach dem Anschlag

          Attacken auf Ölanlagen : Der Krieg, in den Trump nicht ziehen will

          Der amerikanische Präsident bleibt nach den Attacken auf saudische Erdölanlagen zögerlich. Einen Schlag gegen Iran scheut Trump – und überlässt die Entscheidung über das weitere Vorgehen Riad.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.