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Politischer Fußball : „Champions League des Nationalismus“

  • Aktualisiert am

Feiert man so angemessen ein Tor? Der Fußball als ideales Spielfeld für Nationalismus. Bild: AP

Salutieren als Zeichen der Freude ist im türkischen Fußball schon länger nicht unüblich. Niemand hat den Spielern diese Geste diktiert. „Das braucht es nicht, leider“, sagt ein kritischer türkischer Sportjournalist.

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          Das Interview mit einem erfahrenen türkischen Sportjournalisten musste angesichts seines persönlichen Risikos anonymisiert werden. Sein Name ist der Redaktion bekannt.

          In Deutschland sind viele Menschen schockiert darüber, dass türkische Nationalspieler nach den Spielen gegen Albanien und gegen Frankreich salutiert haben – und auch nach Toren. Wer hatte die Idee zu einer solchen Geste?

          Wir müssen viel weiter zurückgehen, um das nachzuvollziehen. Nach dem Putsch von 1980 war Fußball fast immer ein recht ideales Werkzeug, um die Interessen der Regierenden und ihre Politik zu fördern. Der Nationalismus wurde zur Ideologie, vor allem in den neunziger Jahren. Eine neutrale Ideologie, nicht links, nichts rechts. So wurde es behauptet, auch wenn Politikwissenschaftler das widerlegen. Aber in der Türkei ist die Wahrnehmung anders. Gäbe es eine Champions League des Nationalismus auf dem Gebiet der Uefa, würden die Türkei, Israel und Serbien ständig gewinnen, sonst niemand.

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