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Platini verhaftet : Auch Sarkozy saß mit am Tisch

Qatar und kein Ende: Michel Platini muss sich jetzt der französischen Justiz erklären. Bild: AFP

Nach seiner Festnahme in Nanterre lässt Michel Platini erklären, er sei „völlig unbeteiligt“. Woran? Die Spur führt zu einem Lunch mit dem Emir von Qatar.

          Nach der Festnahme des einst mächtigen Fußballfunktionärs Michel Platini in seiner französischen Heimat wegen Korruptionsverdachtes gerät die mysteriöse Vergabe der im Jahr 2022 stattfindenden Fußball-Weltmeisterschaft an Qatar wieder ins Blickfeld. Gibt es nun etwa Beweise, dass Bestechungsgeld aus dem kleinen Wüsten-Emirat zur Beeinflussung der damaligen WM-Wahl geflossen ist? Folgt jetzt eine Welle weiterer Enthüllungen, weshalb das Turnier am Golf doch noch kippen könnte?

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Platinis Einvernahme am Dienstag im Pariser Vorort Nanterre durch Anti-Korruptions-Ermittler von der Staatsanwaltschaft für Finanzdelikte lässt brisante Erkenntnisse vermuten. Es bestehe der Verdacht der „aktiven und passiven Korruption“, heißt es aus Justizkreisen in Frankreich. Das meldete zuerst die französische Online-Plattform „Mediapart“. Platini teilte mit, er sei an der Affäre „völlig unbeteiligt“. Am Freitag wird der ehemalige Kapitän der französischen Nationalmannschaft 64 Jahre alt. Seine Berater erklärten, Platini habe „sich überhaupt nichts vorzuwerfen“. Es handele sich „nicht um eine Verhaftung, sondern um eine Anhörung als Zeuge“. Angeblich sind im Jahr 2017 schon zwei Häuser Platinis in der Schweiz und Frankreich durchsucht sowie seine Konten von französischen Ermittlern inspiziert worden.

          Offenbar verfügen die Fahnder der Finanz-Staatsanwaltschaft über neue Erkenntnisse in dem dunklen Fußballkomplex, der große politische Kreise zieht. Sie hatten schon im Jahr 2016 vorläufige Ermittlungen unter anderem wegen des Vorwurfs der „Korruption“ und „Bildung einer kriminellen Vereinigung“ eingeleitet. Die Justiz hat auch den früheren französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy und einige seiner früheren Vertrauten im Visier. Besonders interessieren sich die Ermittler offenbar für ein ominöses Mittagessen im Elysée-Palast am 23. November 2010. Daran sollen neben Sarkozy der frühere Kronprinz und heutige Emir Qatars, Tamim bin Hamad al-Thani, und auch Platini als damaliger Präsident des Europäischen Fußballverbandes (Uefa) sowie Vizepräsident der Weltorganisation Fifa teilgenommen haben.

          Ebenfalls dabei gewesen sein soll die frühere Beraterin Sarkozys in Sportfragen, Sophie Dion. Sie sei am Dienstag auch von der Polizei festgesetzt worden, ist zu erfahren. Zudem werde der einstige Sarkozy-Vertraute Claude Guéant verhört, damals Generalsekretär im Präsidentenpalast. Faktum ist: Zehn Tage nach dem Mahl im Elysée-Palast bestimmte per Geheimwahl das höchste Fifa-Gremium, dem auch Platini angehörte, Russland (2018) und eben Qatar (2022) zu WM-Ausrichtern. Die Fußballwelt reagierte mit Überraschung und Empörung.

          Dubiose Deals im Hinterzimmer?

          Platini macht kein Geheimnis daraus, dass er für eine WM am Golf gestimmt hat, bestreitet aber, während des Treffens im Elysée-Palast überzeugt worden zu sein. Seit Jahren existiert das Gerücht, er habe dafür gesorgt, dass drei weitere Fifa-Funktionäre für Qatar stimmten. Den Verdacht, dass Platini für den plötzlichen Umschwung gesorgt habe, äußerte schon mehrmals der frühere Fifa-Präsident Joseph Blatter. Nach enger Freundschaft überwarfen sich beide Topfunktionäre später. Platini hat Vorwürfe der Bestechlichkeit immer bestritten. Er sei stets aus eigener Überzeugung für Qatar als WM-Ausrichter gewesen.

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