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Paralympics : Andrea Rothfuss deutsche Fahnenträgerin

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Deutsche Fahnenträgerin: Skiläuferin Andrea Rothfuss, hier mit DSB-Präsident Friedhelm Julius Beucher Bild: dpa

Andrea Rothfuss ist die deutsche Fahnenträgerin bei der Eröffnung der Winter-Paralympics in Sotschi. Dagegen wird Verena Bentele aus politischen Gründen verzichten - und die Aufnahme in die Hall of Fame verpassen.

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          Gold-Kandidatin Andrea Rothfuss wird die deutsche Mannschaft an diesem Freitag in Sotschi als Fahnenträgerin bei der Eröffnungsfeier der Winter-Paralympics ins Stadion Fischt führen. „Cool. Das ist eine riesige Ehre, als Erste der Mannschaft ins Stadion einzulaufen. Ich freue mich sehr und werde unser Team stolz anführen“, sagte die Loßburgerin am Donnerstag.

          Die 24 Jahre alte alpine Skirennfahrerin ist zum dritten Mal nach 2006 und 2010 bei Paralympics und hat bislang dreimal Silber und zweimal Bronze gewonnen. „Wir haben uns für Andrea Rothfuss entschieden, weil sie eine sehr erfolgreiche Athletin mit einer großen Vorbildfunktion ist“, begründete Karl Quade, Chef de Mission des deutschen Teams, die Wahl der Soziologie-Studentin. 

          Andrea Rothfuss ist eine der großen Gold-Hoffnungen in der nur 13 Sportler starken Mannschaft des Deutschen Behindertensport-Verbandes (DBS). „Als Sportler ist man nicht dabei, um Silber zu gewinnen“, erklärte die Schwarzwälderin, der von Geburt an die linke Hand fehlt.

          Auf ihrem Weg zum ersten Paralympics-Gold will die viermalige WM-Zweite die politische Situation mit dem Konflikt zwischen Gastgeber Russland und der Ukraine weitgehend ausblenden. „Man hat schon gemischte Gefühle. Aber als Sportler konzentriert man sich auf die Leistung. Ich muss da meine beste Leistung bringen“, sagte sie.

          Behindertenbeauftragte Verena Bentele (l., mit Arbeitsministerin Andrea Nahles): „Kein Regierungsmitglied, kein Beamter, keine Beauftragte“
          Behindertenbeauftragte Verena Bentele (l., mit Arbeitsministerin Andrea Nahles): „Kein Regierungsmitglied, kein Beamter, keine Beauftragte“ : Bild: dpa

          Dagegen wird ihre einstige Team-Kollegin Verena Bentele aus politischen Gründen in Sotschi fehlen. Die zwölfmalige Paralympics-Siegerin und jetzige Bundesbeauftragte für Menschen mit Behinderung sollte am Donnerstag in die Schwarzmeer-Stadt fliegen und am Samstag in die Paralympics Hall of Fame aufgenommen werden. Darauf muss sie notgedrungen verzichten.

          „Es wäre wünschenswert, dass die Spiele zukünftig in Regionen stattfinden, wo so etwas nicht passiert. Man muss sich in Zukunft ganz genau anschauen, wohin man die Spiele vergibt“, sagte Bentele. „Für die Paralympics ist es ein Drama, dass wir während der Paralympischen Spiele diese politischen Entwicklungen haben.“

          Der Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes äußerte Verständnis für die Entscheidung. „Das ist eine eindeutige Message an Russland“, sagte Friedhelm Julius Beucher der Nachrichtenagentur dpa. „Das war eine politische Entscheidung, die auch meine persönliche Zustimmung findet.“

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