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Olympische Winterspiele 2026 : Viel Spaß mit Italien

  • -Aktualisiert am

Nicht nur Mailands Bürgermeister Giuseppe Sala freut sich über den Zuschlag. Bild: Reuters

Für die nächsten sieben Jahre muss das IOC mit seiner Wahl für Olympia 2026 leben. Es kann froh sein, dass es die überhaupt hatte. Mailand und Stockholm erreichten nur mit Ach und Krach die Zielgerade.

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          So oft wie Thomas Bach am Dienstag in seiner Grundsatzrede zum 125. Bestehen hat wohl noch kein Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) die Behauptung aufgestellt, der charismatische Gründer Pierre de Coubertin wäre damit zufrieden, wie er die Organisation für die Zukunft aufgestellt hat. Mal davon abgesehen, dass der Baron und Olympia-Urvater absolut keine Frauen bei den Spielen haben wollte: Vom Blick auf die Kontoauszüge wäre er bestimmt beeindruckt. Eine Milliarde Dollar hat das IOC für schlechte Zeiten zurückgelegt. Der neue, langfristige Milliarden-Deal mit Coca-Cola aus den Vereinigten Staaten und dem chinesischen Milch-Giganten Mengniu wird noch mehr Geld ins System pumpen.

          Gleichzeitig, so die Übereinkunft, werden diese beiden Unternehmen bei ihren jungen Klienten, die Brausegetränke und Speiseeis konsumieren, für die olympischen Werte werben, obwohl ein gesunder Körper vielleicht etwas anderes braucht. Aber mit solchen Widersprüchen zwischen Botschaft und Realität lebt es sich beim IOC ganz ungeniert, was zuletzt die Bewerber aus Stockholm und Are in Rage brachte. Ihre Niederlage im Duell um die Austragung der Olympischen Winterspiele 2026 gegen Mailand und Cortina d’Ampezzo werten sie als Ausdruck der gespaltenen IOC-Zungen, was die unter anderem „New Norm“ genannten Verschlankungsschritte in der Gestaltung Olympischer Spiele angeht. Der Ausruf von Gunilla Lindberg ist bezeichnend dafür: „Ist das IOC bereit für die New Norm oder sind das alles nur Worte?“ Die Frau wirkte nicht nur bei der schwedischen Bewerbung mit. Sie ist erfahrenes Mitglied des mächtigen Entscheidungsgremiums des IOC, der Exekutive.

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