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Oktober als Schlüsselmonat : Neue Sorgen um Olympia

Olympia unter Vorbehalt: Tokio 2020 könnte auch 2021 gefährdet sein. Bild: dpa

Wenn es bis Oktober keine Zeichen gebe, dass Corona besiegt sei, werde Tokio sich auf „sehr andere“ Olympische Spiele vorbereiten müssen, warnt ein hoher IOC-Funktionär.

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          Der Australier John Coates, der zu den treuesten Gefolgsleuten von IOC-Präsident Thomas Bach gehört, hat in einem Pressegespräch den Oktober als Schlüsselmonat für eine Entscheidung über die Gestaltung der Olympischen Spiele 2021 genannt. Wenn es dann noch keine Zeichen gebe, dass das Coronavirus besiegt sei, werde Tokio sich auf „sehr andere“ Olympische Spiele vorbereiten müssen. Sie sollen vom 23. Juli bis 8. August stattfinden. Coates ist Chef der Koordinierungskommission für Tokio.

          Evi Simeoni

          Sportredakteurin.

          Auch in Bezug auf die Olympiabewerbung von Queensland für die Olympischen Spiele 2032 schlägt Coates leise Töne an. Die Entscheidung der Regierung des australischen Bundesstaates, die Bewerbung angesichts der Belastungen durch die Corona-Krise bis auf weiteres auf Eis zu legen, kommentierte er positiv. „Wir alle verstehen, dass Regierungen sich dringend mit der Gesundheit der Bevölkerung und dem Wohl der Gemeinden befassen müssen “, äußerte er als Präsident des Australischen Olympischen Komitees in einem Statement. Er betonte aber auch, dass „die Kandidatur eine Rolle in Bezug auf Jobs und das Wirtschaftswachstum in Queensland spielen wird, wenn wir unseren Weg aus der Krise kennen“.

          Dem Bewerbungskomitee gehören der australische Premierminister Scott Morrison und Annastacia Palaszczuk, die Premierministerin Queenslands, an, wo trotz geringer Ausbreitung strikte Anti-Corona-Maßnahmen ergriffen wurden. Auch Indien und Indonesien haben ihr Interesse an den Olympischen Spielen 2032 erklärt.

          Mit Blick auf Tokio sprach Coates von „echten Problemen“. Es kämen 11.000 Athleten aus 206 Nationen, 5000 Betreuer, 22.000 Medienleute, 4000 arbeiteten für die Organisation, dazu kämen 60.000 freiwillige Helfer. Die Spiele könnten nicht noch einmal verschoben werden. „Und wir müssen davon ausgehen, dass es noch keinen Impfstoff geben wird, oder, wenn es einen gibt, wird es ihn nicht in ausreichender Menge geben, um ihn mit der ganzen Welt zu teilen.“

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