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Olympische Spiele 2032 : Nordrhein-Westfalen macht ernst mit Olympia

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Hat Großes vor in Nordrhein-Westfalen: Ministerpräsident Armin Laschet Bild: dpa

Ministerpräsident Laschet und Sportmanager Mronz präsentieren in Berlin die Olympia-Initiative von Rhein und Ruhr. Für 2032 wird es wohl die einzige deutsche Bewerbung, die sich als Signal „gegen Rassismus und Antisemitismus“ versteht.

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          Mit den Spielen 2032 will das bevölkerungsreichste Bundesland auch einen Beitrag zu Frieden in der Welt und Vielfalt im Inneren leisten, sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Montag in Berlin. Als ein „Signal gegen Rassismus und Antisemitismus und gegen das, was jetzt wieder hochkommt“, will der Regierungschef die Spiele verstanden wissen, um die sich die Region Rhein-Ruhr bewerben will. Die privatwirtschaftlich gestartete Initiative „Rhein Ruhr City 2032“ um Sportmanager Michael Mronz präsentierte ihre Pläne am Montag mit Spitzenvertretern der 14 möglichen Gastgeberkommunen.

          Laschet bezeichnete München 1972 mit seinem Verkehrskonzept, Barcelona 1992 mit der verbesserten Lebensqualität und London 2012 mit der Stadterneuerung als Vorbilder für Olympische und Paralympische Spiele in NRW. „Wir haben Großes vor in Nordrhein-Westfalen“, sagte der Regierungschef. Er kündigte eine verantwortungsvolle Finanzierung an. Genauere Angaben darüber will die Initiative in sechs bis acht Monaten vorlegen. „Leere Stadien wird es in Nordrhein-Westfalen im Gegensatz zu manchen Sportereignissen in der Vergangenheit nicht geben“, versprach Laschet.

          Vergabe schon 2023?

          Olympische und Paralympische Spiele werden üblicherweise sieben Jahre vor ihrer Austragung vergeben. Allerdings ist diese Frist des IOC seit dem Sommer nicht mehr bindend. Die Rhein-Ruhr-Initiative vermutet, dass schon 2023 über den Austragungsort 2032 entschieden werden könnte. Der Deutsche Olympische Sportbund müsste sich im kommenden Jahr entscheiden, ob und wenn ja mit welcher Stadt oder Region er ins Rennen geht. „Wir holen uns die bestmögliche Kompetenz für Deutschland“, sagte Mronz nach rund 80 Dialogveranstaltungen mit Experten und Bürgern. „Wir wollen den DOSB damit überzeugen und dann im internationalen Rennen als Erste über die Ziellinie gehen.“

          Im April hatten Laschet, Mronz und die DOSB-Vorstandsvorsitzende Veronika Rücker dem IOC-Präsidenten Thomas Bach ihre Pläne bei einem Besuch in Lausanne vorgestellt. Olympia wird voraussichtlich ein großes Thema bei der DOSB-Mitgliederversammlung Anfang Dezember in Frankfurt.

          Zuletzt hatte sich Düsseldorf mit der Rhein-Ruhr-Region für die Spiele 2012 beworben, war aber im nationalen Wettbewerb an Leipzig gescheitert. Dass die Sachsen nicht einmal ins internationale Finale kamen, gehört in die Reihe gescheiterter deutscher Bewerbungen. Berchtesgaden (Winter 1992), Berlin (Sommer 2000), München (Winter 2018 und 2022) und Hamburg (Sommer 2024) fielen durch – die letzten beiden in Volksabstimmungen. Laschet erhofft sich in seinem Land „eine breite Unterstützung der Bevölkerung“. Er wies auf eine massive Förderung des Breitensports hin, die zur Akzeptanz des Olympia-Konzepts beitragen soll.

          Kein weiterer deutscher Bewerber

          Laschet erwartet neben der Rhein-Ruhr-Region derweil keinen weiteren deutschen Bewerber um die Olympischen Spiele 2032. „Berlin 2032, das glaube ich nicht“, sagte der Regierungschef des bevölkerungsreichsten Bundeslandes am Montag in Berlin. „Und 2036 erst recht nicht.“ Von einer Bewerbung um Olympia 100 Jahre nach den von den Nationalsozialisten missbrauchten Spielen hatte bereits Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) in der F.A.Z. nachdrücklich abgeraten.

          Auch mit Hamburg rechnet Laschet nach der Niederlage im Referendum um eine Bewerbung für 2024 nicht. „Und von der bayerischen Staatsregierung haben wir die Zusage, dass sie Rhein-Ruhr unterstützt“, sagte Laschet, der damit einen abermaligen Münchner Vorstoß auch mit Blick auf Winterspiele ausschloss.

          Sportmanager Michael Mronz, der die NRW-Initiative gestartet hatte, bewertet international die Bewerbung des australischen Brisbane hoch. Neben Jakarta (Indonesien) und einer koreanischen Kandidatur, rechnet er noch mit Vorstößen aus Qatar und Argentinien. „Es gibt wieder mehr starke Bewerbungen“, sagte der Kölner, der diese Entwicklung auf den Reformprozess des Internationalen Olympischen Komitees zurückführt. Für 2024 und 2028 gab es mit Paris und Los Angeles insgesamt nur zwei Bewerber.

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