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Olympia in Buenos Aires : Warum die Jugendspiele 1000 Prozent teurer werden

  • -Aktualisiert am

Der Plan, Wohnungen des Olympischen Dorfs für die Bewohner der Elendsviertel zur Verfügung zu stellen, in einem Geschäftsmodell gewichen. Bild: Getty

Kleiner, feiner, bescheidener: So stellt sich das IOC seine Sportfeste der Zukunft vor. Buenos Aires überzeugte mit einem smarten Konzept für die Jugendspiele. Die Realität aber hat nichts mehr mit dem edlen Plan gemein.

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          Nur kein Gigantismus mehr, prunkvolle, sündhaft teure Sportstätten, die nach Olympischen Spielen verrotten. Das war der Wunsch von Jacques Rogge, bis zum Herbst 2013 Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Die heftige Kritik an den sündhaft teuren Sportfesten weckte die Olympier auf. Reihenweise zogen sich Bewerber zurück. Deshalb soll auch der Etat für Olympische Jugendspiele 30 Millionen US-Dollar (24,8 Millionen Euro) nicht überschreiten. Also formulierte das IOC eine Richtlinie für das Bewerbungsverfahren: „Es sollen keine Sportstätten gebaut werden (oder nur unter außergewöhnlichen Bedingungen). Bevorzugt wird die Instandsetzung bestehender Sportstätten.“ Kleiner, feiner, bescheidener, so die IOC-Vision vom Sommer 2013, soll die Bühne des olympischen Sports aussehen. Damit die Bürger weiterhin einen Großteil der Kosten tragen. Was ist daraus geworden?

          Nachdem Rogges IOC die Olympischen Jugendspiele vor fünf Jahren nach Buenos Aires vergeben hatte, jubelte die argentinische Delegation. Als hätte sie, angeführt vom damaligen Bürgermeister der Metropole, Mauricio Macri, und dem Präsidenten des argentinischen Olympischen Komitees, Gerardo Werthein, soeben die Fußball-WM gewonnen. Kein Wunder. Zwischen 1936 und 2004 waren vier Versuche, Olympische Spiele nach Buenos Aires zu holen, gescheitert. Diesmal überzeugte das Konzept. Die Bewerber stellten ein Budget von rund 231 Millionen US-Dollar (191,3 Millionen Euro) vor, davon 105 für die Organisation der Wettkämpfe und 126 Millionen für Investitionen in Infrastruktur, allem voran für die Errichtung des Olympischen Dorfes. Der unterlegene Mitbewerber Glasgow hatte doppelt so viel Geld eingeplant. Buenos Aires setzte fast komplett auf die Nutzung bestehender Sportstätten: Viele Sportarten sollten in den Anlagen des nationalen Spitzensportzentrums „Cenard“ stattfinden. Laut Vortrag existierten 22 der 26 Sportstätten. Nur die Anlagen für Bogenschießen und Mountainbike hätten demnach gebaut werden müssen. Ein Musterplan für die Gegner des Gigantismus.

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