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Olympiakritiker klagt an : Witischko im Hungerstreik

Umweltschützer Jewgenij Witischko sieht sich verschärften Haftbedingungen ausgesetzt. Bild: picture alliance / dpa

Jewgenij Witischko, einer der bekanntesten Kritiker der Olympischen Winterspiele in Sotschi, protestiert mit seiner Aktion gegen die Isolationshaft, die gegen ihn verhängt wurde.

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          Der vor den Olympischen Spielen in Sotschi festgenommene Umweltschützer Jewgenij Witischko befindet sich aus Protest gegen seine Haftbedingungen im Hungerstreik. Das teilte die Umweltorganisation „Ökologische Wacht im Nordkaukasus“ (EWNC) mit, zu deren Führungsspitze Witischko gehörte, bevor er im vergangenen Dezember zu drei Jahren Lagerhaft verurteilt wurde. Nach Angaben der EWNC protestiert Witischko damit gegen die Isolationshaft, der er seit drei Tagen ausgesetzt sei, weil er Essen in einer Tasche aufbewahrt habe. Nach Angaben der Organisation diene diese härtere Bestrafung der Vorbereitung einer Verlegung Witischkos in ein anderes Lager und verhindere eine vorzeitige Entlassung aus der Haft auf Bewährung.

          Witischko gehörte vor den Spielen von Sotschi zu den bekanntesten Kritikern, die die enormen Kosten, die negativen Umweltauswirkungen und die Korruption bei der Vorbereitung der Spiele an der russischen Schwarzmeerküste anprangerten. Gemeinsam mit Suren Gasarjan, der inzwischen in Estland im Exil lebt, war er im Juni 2012 zu drei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden, weil sie im November 2011 nördlich von Sotschi Graffiti auf einen Bauzaun in einem Wald gesprüht haben sollen. Die Videoaufnahme, die beweisen sollte, dass sie die Täter waren, wurde weder dem Gericht noch der Verteidigung gezeigt. Gasarjan emigrierte, Witischkos Bewährungsstrafe wurde vor den Olympischen Spielen wegen eines angeblichen Verstoßes gegen die Auflagen in eine Haftstrafe umgewandelt.

          Anfang Februar 2014, vor Beginn der Spiele in Sotschi, war Witischko dann wegen Fluchens in der Öffentlichkeit zu einer kurzen Haft von 15 Tagen verurteilt und inhaftiert worden. Während der Spiele hatte das Internationale Olympische Komitee nach einer Nachfrage bei den russischen Olympiaorganisatoren erklärt, sein Fall habe nichts mit den Olympischen Spielen zu tun. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte die Strafe als „nach den rechtsstaatlichen Maßstäben, die bei uns gelten, ziemlich unverhältnismäßig“ kritisiert. Witischkos Mitstreiter Gasarjan wurde im April für seinen Einsatz mit dem renommierten „Goldman Prize“ ausgezeichnet, einem der weltweit wichtigsten Umweltpreise.

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