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Olympia 1968 : Die Drogenmesse von Mexiko

„Züchten wir Monster?“ Diskuswerferin Brigitte Berendonk ahnte früh, was Doping bewirkte (Bild von 1972). Bild: Picture-Alliance

Erstmals in der IOC-Geschichte gab es bei Olympia 1968 Doping-Kontrollen. Damals wurde aber nur ein Fünfkämpfer erwischt. Die „anabolischen Zeitbombe“ hat Auswirkungen bis heute.

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          Doping in den sechziger Jahren? Das war ein großes Thema. Eines auf Leben und Tod. Der Radprofi Tom Simpson starb 1967 am Mont Ventoux an den Folgen der vielen Aufputschmittel in seinem Körper. Jupp Elze hielt in seinem letzten Boxkampf 1968 wegen der Aufputschmittel in seinem Körper so lange durch, bis ein schwerer Kopftreffer eine tödliche Gehirnblutung auslöste. Die künstliche Leistungssteigerung gehörte zum Programm des Spitzensports. Schluss damit! Das Internationale Olympische Komitee sah sich bestätigt. Für seine Spiele 1968 hatte es Doping-Kontrollen angeordnet, erstmals in seiner Geschichte. Klaus-Peter Hennig, ein westdeutscher Diskuswerfer, reiste trotzdem unbeeindruckt nach Mexiko-City.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          „Ich hatte damals etwas Pech. Im Mai hatte ich wegen einer Mandeloperation etwa fünf, sechs Kilo verloren. Um wieder auf das nötige Gewicht zu kommen, nahm ich auf Anraten Anabolika ein. 106 Kilogramm sind es dann geworden, viel zu wenig, um bei Olympia wettbewerbstauglich sein zu können, aber ich hatte die Norm zweimal geschafft, sie mussten mich mitnehmen.“

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