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Vorwürfe gegen Basketball-Chef : Streit um Kleidung vor Olympia

Ingo Weiss ist Präsident des Deutschen Basketball-Bundes. Bild: dpa

Bei der Ethikkommission des DOSB geht ein weiterer anonymer Brief ein. Diesmal geht es um das Verhalten von Basketball-Chef Ingo Weiss. Der nennt die Vorwürfe „Lüge, Diffamierung und bösartig“.

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          Bei der Ethikkommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) ist ein weiterer anonymer Brief eingegangen. Er fordert dazu auf, sich mit dem Verhalten von Ingo Weiss zu befassen, dem Präsidenten des Deutschen Basketball-Bundes und Sprecher der Fachverbände. Weiss wird vorgeworfen, er habe sich mit der offiziellen Kleidung der Olympiamannschaft ausstatten lassen und bei dieser Gelegenheit, in Hamburg, „mehrere junge Freiwillige unzumutbar behandelt und psychologisch unter Druck gesetzt und diese angeschrien“. Junge Mädchen seien in Tränen ausgebrochen.

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Weiss hat den Brief, der mit „Die Mitarbeiterschaft des DOSB“ unterschrieben ist und der ihm von der Kommission übermittelt wurde, in der Sprechergruppe geteilt und wird dieser auch seine Erwiderung an die von Thomas de Maizière geführte Kommission zugänglich machen. „Da ist nichts dran“, sagte Weiss der F.A.Z.: „Ich war null emotional.“

          Er habe sich in Hamburg einkleiden lassen, da Präsident und Vorstandsvorsitzende des DOSB es begrüßt hatten, dass er bei seinem Aufenthalt in Tokio als Botschafter des Team D auftreten wollte. In Hamburg habe lediglich geklärt werden müssen, ob ihm die Kleidung zugesandt werden könne. Die Vorwürfe nannte er „Lüge, Diffamierung und bösartig“.

          Weiss wird in dem Brief zudem vorgeworfen, er habe die Empfehlung der Ethikkommission in Sachen DOSB-Präsident Alfons Hörmann – „eine Kultur der Angst“ – zu revidieren und statt Neuwahlen im Dezember eine Vertrauensabstimmung im September abzuhalten versucht; dies habe er bis heute nicht zugegeben. Weiss vertrat diese Haltung im Juni öffentlich, auch gegenüber der F.A.Z.

          Es gelte zu prüfen, ob Weiss Sprecher der Spitzenverbände bleiben und sich um ein Amt im künftigen DOSB-Präsidium bewerben könne. Weiss dazu: Er plane keine Bewerbung um ein solches Amt. Er nimmt die anonymen Vorwürfe zum Anlass für die Prognose: „Wenn man weiter so miteinander umgeht, wird der Sport keine ehrenamtlichen Mitarbeiter mehr finden.“

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