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Olympia-Bewerbung : Fünf Ringe, fünf Fragen

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Der Herr der Ringe: Thomas Bachs IOC soll über die deutsche Olympiabewerbung entscheiden - bis dahin ist es ein weiter Weg Bild: dpa

Berlin oder Hamburg? 2024 oder 2028? Wie groß sind die Chancen der deutschen Olympiabewerbung? Und was planen die Gegner der Bewerbung? FAZ.NET beantwortet die wichtigsten Fragen.

          2 Min.

          Der Zweikampf ist eröffnet. Berlin oder Hamburg sollen die Olympischen Spiele nach Deutschland holen. Am 21. März 2015 legt sich der deutsche Sport auf einen Kandidaten fest. Erst 2017 wählt das Internationale Olympische Komitee (IOC) den Gastgeber der Spiele 2024. FAZ.NET beantwortet die wichtigsten Fragen.

          Berlin oder Hamburg?

          Ein Knackpunkt für den Erfolg dürfte die Unterstützung der Bürger sein. Bei einer ersten Umfrage des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) sprachen sich in Hamburg nur 53 Prozent für Olympia in der Hansestadt aus, in Berlin waren es noch weniger: 48 Prozent. Im Februar soll eine weitere Umfrage folgen. Da in beiden Städten eine Bürgerbefragung durchgeführt werden soll, ist derzeit der größere Zuspruch in der Bevölkerung ein Plus für Hamburg. Die deutschen Spitzenverbände und Landessportbünde gelten eher als Unterstützer von Berlin. Sowohl die Spitzensportverbände als auch die Landessportbünde sind beim entscheidenden Votum auf der außerordentlichen DOSB-Mitgliederversammlung am 21. März stimmberechtigt.

          Wie geht es weiter?

          Beide Städte arbeiten an ihren Plänen und den Finanzierungskonzepten. Bis zur DOSB-Mitgliederversammlung am 6. Dezember ist noch mindestens ein Workshop der beiden Kandidaten mit dem DOSB geplant. Der deutsche Sport will aber vor einer Festlegung abwarten, welche IOC-Reformen für künftige Olympische Spiele verabschiedet werden. Nach der DOSB-Entscheidung am 21. März ist in der Kandidatenstadt eine Bürgerbefragung geplant.

          Wie groß sind die Chancen, 2024 den Zuschlag zu bekommen?

          Nicht besonders groß. Der amerikanische Bewerber wird als Topfavorit ins Rennen gehen. Los Angeles, Washington, Boston und San Francisco kommen in Betracht. Der Rekord-Deal des IOC mit dem amerikanischen Olympia-Sender NBC könnte die Plänen beflügeln. Das Network sicherte sich die US-Übertragungsrechte von den Spielen 2022 bis 2032 für 7,75 Milliarden Dollar. Damit ist die finanzielle Basis des IOC auf Jahre gesichert. Auch Paris erwägt eine Bewerbung - 100 Jahre nach den Spielen 1924. Zudem lehrt die Erfahrung, dass es Neulinge schwer haben.  Pyeongchang zum Beispiel bekam als Gegner von München im Rennen um die Ausrichtung der Winterspiele 2018 erst im dritten Anlauf den Zuschlag der Olympiers. Der DOSB könnte argumentieren, dass es nicht die erste deutsche Bewerbung ist. In diesem Jahrtausend haben sich bereits drei deutsche Städte, wenn auch ohne Erfolg, um Olympische Spiele bemüht: Berlin (2000), Leipzig (2012) und München (2018). Wahrscheinlich aber wäre eine Bewerbung für 2024 in erster Linie ein Testlauf unter Wettkampfbedingungen für eine wesentlich erfolgsversprechendere deutsche Bewerbung für die Spiele 2028. 

          Fußball-EM und Olympia 2024 - wird das funktionieren?

          Zwei sportliche Großereignisse im selben Land, noch dazu mit einem zeitlichen Abstand von nur knapp zwei Monaten, sind eher  unwahrscheinlich. Der Zuschlag für die Ausrichtung der Fußball-EM 2024 gilt nicht nur beim Deutschen Fußball-Bund als beschlossene Sache. Als sich Istanbul um die Fußball-EM 2020 und die Sommerspiele 2020 bewerben wollte, forderte das IOC, die türkische Metropole müsse sich für ein Ereignis entscheiden.

           Was haben die Olympiagegner vor?

          Sowohl in Hamburg als auch in Berlin haben sich die Olympia-Gegner in einem Bündnis (NOlympia) organisiert und betreiben eigene Webseiten. Wie bereits bei der gescheiterten Münchner Bewerbung um die Winterspiele 2022 planen sie Veranstaltungen, Flugblätter und Kampagnen. „Mit kreativen Aktionen und Informationen werden wir diese öffentliche Geldverbrennungsmaschinerie für die Olympischen Spiele stoppen“, teilte das Berliner Bündnis NOlympia mit. Ihre Hauptargumente sind: Der Gigantismus des IOC, die Korruption und Umweltschäden müssten gestoppt werden. Als Beispiel für die Verfehlungen des IOC führen sie die 51 Milliarden Dollar teuren, politisch belasteten Sotschi-Spiele mit all ihren Umweltsünden auf.

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