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Bürgervotum in Boston? : Das Volk muss Olympia wollen

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Mögliche Olympiastadt Boston: gegen Los Angeles, San Francisco und Washington durchgesetzt, aber auch gegen die eigene Bevölkerung? Bild: Reuters

Boston hat sich gegen Los Angeles, San Francisco und Washington als Bewerberstadt für Olympia 2024 durchgesetzt. Nur die eigene Bevölkerung ist nicht überzeugt. Nun wird über eine Bürgerbefragung nachgedacht.

          Die Begeisterung der Bostoner für die Bewerbung um die Olympischen Sommerspiele 2024 ist so alarmierend gesunken, dass nun doch über eine mögliche Bürgerbefragung nachgedacht wird. In einer Anzeige, die das Bewerbungskomitee in zwei Bostoner Tageszeitungen geschaltet hat, heißt es, Boston würde nur dann seine Bewerbung abgeben, wenn eine Mehrheit der Leute in Massachusetts diese unterstütze.

          „Es ist klar“, sagte Bewerbungschef Richard Davey dem „Boston Globe“, „dass wir eine Methode finden müssen, um diese Unterstützung sichtbar zu machen. Darüber, wie wir das messen, sind wir uns noch nicht im Klaren.“ Die Umfrage eines Radiosenders vom 19. März hatte ergeben, dass die Unterstützung der Bevölkerung auf 36 Prozent zurückgegangen war. 52 Prozent sind ausdrücklich dagegen. Im Januar hatten noch 51 Prozent die Ausrichtung befürwortet. Ein erster Einbruch im Februar war noch mit den Zukunftsängsten infolge schwerer Schneestürme erklärt worden.

          Die Befragung könnte in Form eines - bisher abgelehnten - Bürgervotums oder als Umfrage kurz vor Abgabe der Bewerbungsunterlagen stattfinden. Das Nationale Olympische Komitee der Vereinigten Staaten (Usoc) muss die Bewerber-Stadt bis zum 15. September beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) melden. Konkurrent Hamburg will seine Bürger durch ein verbindliches Votum über eine Kandidatur entscheiden lassen. Der Termin steht noch nicht fest. Das Risiko eines kompletten Scheiterns zu diesem Zeitpunkt nimmt man dort in Kauf, um die Bürger hinter der Bewerbung zu versammeln.

          Mit einem Zehn-Punkte-Plan wird um das Vertrauen der Bostoner Bürger geworben. Versprechen ans Volk werden verknüpft mit Forderungen an die Politik. Das Komitee erklärt, dass man die Bewerbung nicht um jeden Preis vorantreiben wolle. So müsste die amerikanische Bundesregierung die Sicherheitskosten für das Großereignis in Höhe von schätzungsweise einer Milliarde Dollar übernehmen. Im Zuge Olympias müssten auch neue Jobs und erschwinglicher Wohnraum entstehen.

          Ein Geflecht von Versicherungen soll die 600.000-Einwohner-Stadt und den Bundesstaat vor finanziellen Risiken bewahren. Boston wurde am 8. Januar vom Usoc zum amerikanischen Bewerber für 2024 ernannt. Die Ostküsten-Stadt hatte sich in der internen Ausscheidung gegen Los Angeles, San Francisco und Washington durchgesetzt. Boston setzt auf kompakte und nachhaltige Spiele bei einem vergleichsweise kleinen Budget von nur 4,7 Milliarden Dollar. Das IOC entscheidet im Sommer 2017 über den Olympia-Gastgeber 2024.

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