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Olympia 2020 : Kein Geld für Rom

Nackte Tatsachen: Italien hat kein Geld für Olympia - Rom muss weiter auf die ersten Spiele seit 1960 warten Bild: dapd

Die italienische Politik zieht der römischen Olympiabewerbung für 2020 den Stecker, bevor sie überhaupt in die Spur gesetzt wurde. Finanzielle Garantien seien „in der gegenwärtigen Lage“ nicht verantwortlich.

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          Italiens Ministerrat hat entschieden, dass die nationale Regierung nicht die notwendigen finanziellen Garantien für eine Olympiakandidatur der Hauptstadt Rom für das Jahr 2020 geben wird. Die vom Bürgermeister Gianni Alemanno und vom Nationalen Olympischen Komitee Italiens (NOK) angestrebte Kandidatur ist damit schon vor dem Start gescheitert.

          Tobias Piller

          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.

          An diesem Mittwoch müssen die offiziellen Bewerbungen beim Internationalen Olympischen Komitee in Lausanne eingehen. Italiens Ministerpräsident Mario Monti kommentierte die Entscheidung mit den Worten: „Wir sind zu der einhelligen Meinung gekommen, dass es nicht verantwortlich wäre, in der gegenwärtigen Lage Italiens eine Garantie abzugeben.“

          Die Bewerbung habe viele interessante Aspekte gehabt, zudem wolle die Regierung nicht nur sparen, sondern auch Wachstum in den Vordergrund stellen. „Italien kann und muss sich anspruchsvolle Ziele setzen“, sagte Monti, „doch in diesem Moment wäre es nicht konsequent, eine derartige Garantie abzugeben und Gelder der Steuerzahler zu riskieren.“

          Monti schlug vor, Rom solle sich nach einer Erholung der italienischen Wirtschaft um die Spiele 2024 bewerben. Bewerbungs-Präsident Mario Pescante, Bürgermeister Alemanno und Gianni Petrucci, Vorsitzender des NOK, sowie Politiker, Sportler und Künstler hatten in den vergangenen Wochen intensiv versucht, Monti für eine Zustimmung zu gewinnen.

          Mit dem Rückzug von Rom reduziert sich der Kreis der Kandidaten auf Doha, Tokio, die ihre Bewerbung bereits einreichten, sowie Baku und Istanbul. Auch Madrid hat den Finger gehoben. Allerdings sind die finanziellen Sorgen in Spanien nicht geringer als in Italien.

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