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Nach Stasi-Vorwürfen : Doping-Opfer-Hilfeverein fordert Rücktritt

  • Aktualisiert am

Deckname „Paul Grün“: Rolf Beilschmidt Bild: Picture-Alliance

Der Doping-Opfer-Hilfeverein fordert Rolf Beilschmidt zum Rücktritt auf: „Durch die jahrelange massive Verhinderung der Aufarbeitung im thüringischen Sport, ist dem deutschen Sport schwerer Schaden entstanden.“

          Der Doping-Opfer-Hilfeverein (DOH) hat den sofortigen Rücktritt des Hauptgeschäftsführers des Landessportbundes Thüringen, Rolf Beilschmidt, gefordert. Die von Mitgliedern und Mitstreitern des DOH unterzeichnete Erklärung vom Freitag bezieht sich auf in der vergangenen Woche bekanntgewordene neue Akten der Stasi-Unterlagenbehörde. Demnach soll der frühere Hochspringer während seiner Arbeit als Leiter des SC Motor Jena als informeller Mitarbeiter für die DDR-Staatssicherheit tätig gewesen sein.

          Beilschmidt war von 1974 bis 1977 Inoffizieller Mitarbeiter (IM) der Stasi. Darüber hatte er bereits 1991 mit der Bewerbung beim Olympiastützpunkt Thüringen informiert und im Ergebnis der ersten Überprüfung durch das Bundesinnenministerium und den Deutschen Sportbund 1992 ein ausführliches Gedächtnisprotokoll angefertigt. Beilschmidt hat inzwischen Einsicht in die neu aufgetauchten Akten beantragt. Zudem soll die unabhängige Stasi-Kommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) die Angelegenheit bewerten. Darauf haben sich LSB-Präsident Peter Gösel und DOSB-Präsident Alfons Hörmann verständigt.

          In der DOH-ERklärung heißt es nun: „Durch die jahrelange massive Verhinderung der Aufarbeitung im thüringischen Sport, durch die  Ablehnung von Stasi-Überprüfungen des LSB-Präsidiums, die  Verhöhnung der Stasi- und Dopingopfer sowie die Verharmlosung des DDR-Zwangsdopings durch die ehemaligen SED-Nomenklaturkader Beilschmidt und Gösel, ist dem deutschen Sport schwerer Schaden entstanden.“

          Deshalb fordert der DOH auch Gösel auf, sein Amt zur Verfügung zu stellen. Er habe sich, so der DOH, in der jetzigen Situation wie auch in der Vergangenheit stets als „willfähriger Helfershelfer in den Dienst von Beilschmidt gestellt“.

          Das geschäftsführende Präsidium des Thüringer LSB hatte Beilschmidt am Dienstag sein Vertrauen ausgesprochen und Aufklärung, Offenheit und Transparenz zur Klärung des Falles gefordert. Der LSB wolle nach der Ergebnissen der unabhängigen Stasi-Kommission eine Entscheidung über das weitere Vorgehen treffen.

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