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Absetzung der Fifa-Chefethiker : Die „autokratische Machtergreifung“ Infantinos

  • -Aktualisiert am

Weiß von nichts: Fifa-Präsident Gianni Infantino. Bild: dpa

Zu unbequem, zu deutlich, zu offen: Die abgesetzte Führung der Ethikkommission spricht von einer bewussten Gefährdung der Fifa-Reform durch Präsident Infantino. Auch Adidas macht sich Sorgen.

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          Der Antikorruptionsexperte und frühere Governance-Beauftragte des Internationalen Fußball-Verbandes (Fifa), Mark Pieth, hat nach der Abberufung der beiden Vorsitzenden der Fifa-Ethikkommission den Weltverbandspräsidenten Gianni Infantino scharf kritisiert. Der Schweizer Strafrechtsprofessor sprach von einem „plumpen Machtspiel“. Die Absetzung zeige, welche Angst unter den Funktionären vor den Ethikern herrsche. „Ich sehe hier eine autokratische Machtergreifung von Infantino. Er wird nichts zu befürchten haben, weil er von Leuten ohne Rückgrat umgeben ist“, sagte Pieth der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Am Vorabend ab 20.00 Uhr schon in der F.A.Z. -App und als E-Paper. ).

          Fifa-Präsident : Infantino geht in die Offensive

          Ohne Angabe von Gründen hatte das Fifa-Council unter Vorsitz Infantinos vor dem Kongress an diesem Donnerstag in Bahrain entschieden, sich von dem ehemaligen deutschen Richter Hans-Joachim Eckert sowie dem früheren Schweizer Staatsanwalt Cornel Borbély zu trennen. Dazu sagte Eckert der F.A.Z.: „Wir sind zu unbequem, wir sind zu deutlich, wir sind zu offen und haben jedes Verfahren angegangen. Offenbar wollte man das nicht mehr.“ Er sehe im Reformprozess eine „massive Gefährdung“ für die Fifa.

          Auch Adidas reagierte auf die Absetzung der Chef-Ethiker bei der Fifa. „Unser Standpunkt ist ganz klar: Wir erwarten, dass alle unsere Partner Regeln und Vorschriften beachten und höchste Standards hinsichtlich ethisches Verhalten und Compliance einhalten – so wie auch wir als Unternehmen es tun“, hieß es gegenüber der F.A.Z. Daher sei es für Adidas unabdingbar, dass die Fifa ihren Reformprozess fortsetze. Man werde die Fortschritte diesbezüglich aufmerksam verfolgen und diese direkt mit der Fifa besprechen. „Die negative Reputation der Fifa ist weder gut für den Fußball, noch für die Fifa oder für ihre Partner.“

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