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München 2018 : Kleines Kribbeln, großes Lächeln

  • -Aktualisiert am

Am Vorabend des Wettkampfs: Katarina Witt und Thomas Bach sind bester Stimmung Bild: dapd

Olympische Examenswoche in München: Vor dem Besuch der Evaluierungskommission des IOC verbreiten die Olympiabewerber gute Stimmung. Die Garmischer Eiszeit sei beendet, konstruktive Gespräche mit den Grundbesitzern hätten begonnen.

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          Ein bisschen Beben in der Stimme gehört dazu. „Wir befinden uns in Vorstartstimmung“, sagte der deutsche Olympier Thomas Bach am Montag in München, „wie Athleten am Vorabend eines großen Wettkampfs.“ Kampfgefährtin Katarina Witt garantierte mit großem Lächeln, dass auch sie sehr aufgeregt sei vor der viertägigen Präsentation der deutschen Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2018, Geschäftsführer Bernhard Schwank verkündete sichtlich aufgekratzt den elften nationalen Sponsor (Metro Group) und selbst den erfahrenen Politikern Christian Ude, Oberbürgermeister von München, und Siegfried Schneider, dem bayrischen Staatsminister, war ein Kribbeln anzumerken bei der Eröffnungspressekonferenz der olympischen Examenswoche.

          Evi Simeoni

          Sportredakteurin.

          An diesem Dienstag beginnt die umfangreiche Inspektion durch die Evaluierungskommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), die neben der Besichtigung der Schauplätze aus sechseinhalb Stunden Präsentation und siebeneinhalb Stunden Fragen und Antworten bestehen wird.

          Die regelmäßig umgehenden Gespenster der Bewerbung, die endlose Grundstücksdiskussion in Garmisch-Partenkirchen und die ausgeklügelten Aktionen der organisierten Olympiagegner, scheinen rechtzeitig ruhig gestellt. Der scheidende Staatsminister Schneider berichtete, dass das Eis zwischen einigen bisher unkooperativen Garmisch-Partenkirchener Grundbesitzern und der Bewerbergesellschaft gebrochen sei. Selbst mit dem Besitzer eines zentralen Grundstücks im Zielraum der Abfahrtsstrecke Kandahar werde wieder verhandelt. „Sicher werden wir das in nächster Zeit unter Dach und Fach bringen“, sagte Schneider.

          Die Kunst bestehe darin, „dass man Interessen als berechtigte Interessen wahrnimmt und versucht, einen Ausgleich zu schaffen“. Das vor einer Woche in Garmisch-Partenkirchen von Olympiagegnern gestartete Bürgerbegehren befindet sich noch in der Phase der Unterschriftensammlung – Gegenmaßnahmen wird die Bewerbergesellschaft noch in dieser Woche beschließen.

          Der technische Bericht der elfköpfigen Evaluierungskommission, in dem die grundsätzliche Olympiatauglichkeit überprüft wird, soll den IOC-Mitgliedern als Grundlage für ihre Entscheidung am 6. Juli dienen, ob nun München mit Garmisch-Partenkirchen und Königssee, Pyeongchang in Südkorea oder Annecy in Frankreich den Zuschlag bekommen. „Der Bericht ist ein wichtiger Baustein“, sagt Bach, der in seiner Doppelrolle als einer der Chefs der Bewerbung und hochrangiges IOC-Mitglied den Vorgang gleich aus zwei Perspektiven verfolgen kann, „aber nicht allein entscheidend.“

          Bach war selbst bereits zweimal Vorsitzender einer Evaluierungskommission, für die Winterspiele 2002, die Salt Lake City erhielt, und die Sommerspiele 2004, die an Athen gingen. „Wir glauben“, sagte Bach, „dass Olympische Spiele nicht nur von der Organisation, von der Technik und den Installationen leben, sondern von der Seele, von den Emotionen, die sich auf die Athleten übertragen und sie in die Lage versetzen, das Beste und Letzte aus sich herauszuholen.“ Mit diesen ursprünglichen Werten will München im Vergleich zum großen Rivalen, dem Wintersport-Neuland Südkorea, punkten.

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