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Michael Mronz : Der Mann, der Olympia nach Deutschland holen will

Olympia in Deutschland? Michael Mronz arbeitet an dem Projekt. Bild: Stefan Finger

Michael Mronz hat vielfältige Erfahrungen im Sportmanagement. Nun treibt er ein noch wesentlich größeres und ambitioniertes Projekt voran. Er will die Olympischen Spiele 2032 in die Region Rhein-Ruhr holen.

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          Seine wichtigste Veranstaltung des Jahres hat er gerade erfolgreich abgeschlossen. Knapp 370.000 Besucher lockte die größte Reitveranstaltung der Welt, der CHIO in Aachen, bis Anfang dieser Woche an. Ausgeschrieben war ein Preisgeld von 2,8 Millionen Euro – das höchste in Deutschland. Organisiert hat die Reiterspiele Michael Mronz. Schon seit Herbst 1997 ist er als Geschäftsführer der Aachener Reitturnier GmbH für die Vermarktung des CHIO zuständig.

          Christine Scharrenbroch
          Freie Autorin in der Wirtschaft.

          Alle zehn Turniertage verbrachte der 52 Jahre alte Manager in Aachen. Mit seiner geschäftlichen Bilanz ist er zufrieden: Die Auslastung des Springstadions verbesserte sich weiter auf 94 Prozent. Die Besucher kommen inzwischen aus einem Umkreis von 200 Kilometern, und sie werden immer jünger. Im Durchschnitt 42,4 Jahre ist der CHIO-Gast alt. Angesprochen werden potentielle Besucher stark über soziale Kanäle wie Facebook-Gruppen und Instagram. „Wir haben heute ganz andere Möglichkeiten, unsere verschiedenen Zielgruppen direkt zu erreichen“, sagt Mronz, der schon als Student erste Tennisturniere organisierte.

          Mit seinen vielfältigen Erfahrungen im Sportmanagement treibt Mronz ein noch wesentlich größeres, sein wohl ambitioniertestes Projekt voran. Der Diplom-Kaufmann will die Olympischen Spiele 2032 in die Region Rhein-Ruhr holen; 14 Städte umfasst sein Konzept. Dafür hat er die Olympia-Initiative „Rhein Ruhr City 2032“ gegründet, die mittlerweile neun Mitarbeiter zählt und ihren Sitz auf der Zeche Zollverein in Essen hat. Mronz setzt insbesondere auf den Aspekt Nachhaltigkeit und wirbt damit, dass schon heute 90 Prozent der benötigten Sportstätten vorhanden seien. In den bestehenden Stadien könnten zeitgleich 640.000 Zuschauer Platz nehmen. So sollen etwa die Kanurennen auf der Regattabahn in Duisburg stattfinden, Tennis im Düsseldorfer Rochusclub, Basketball in Bonn und Düsseldorf, Boxen in Krefeld und Fechten in der Kölner Messe.

          Dass zuletzt die Olympia-Ambitionen von München und Hamburg in Bürgerabstimmungen abgeschmettert wurden, ficht Mronz nicht an. Anders als bei früheren Versuchen will er den Menschen eine Antwort darauf geben, „inwiefern sie durch die Olympischen und Paralympischen Spiele einen persönlichen nachhaltigen Nutzen haben“. Im Zuge der Olympia-Bewerbung soll das Ballungsgebiet Rhein-Ruhr einen Schub in puncto Verkehrsinfrastruktur erleben. Investitionen in Zukunftsthemen wie vernetzte Mobilität und Digitalisierung sollen beschleunigt werden. Als Plattform zur Entwicklung innovativer Mobilitätslösungen rief Mronz mit Günther Schuh – dem Erfinder des Elektrolieferwagens Streetscooter und Hersteller des Elektrokleinwagens e.GO – den Aachener Kongress Metropolitan Cities ins Leben, der jüngst zum zweiten Mal stattfand.

          Für sein Vorhaben hat Mronz, der es liebt, im Team neue Ideen zu entwickeln, die Unterstützung der Landesregierung und der 14 Kommunen. Zudem fanden sich etliche Mitstreiter. Unterstützt wird die Olympia-Initiative unter anderem von Daimler, Deutscher Telekom, Evonik, der RAG-Stiftung und den Messegesellschaften in Düsseldorf, Essen und Köln.

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