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Menschenrechte im Sport : „Macht den Mund auf!“

Proteste gegen Rassismus im Stadion wie einst 1968 in Mexiko, kein Zwang mehr für Athleten, weg mit dem Maulkorb – und das alles in China bei den Winterspielen 2022? Schöner Traum. Bild: dpa

Es gibt kleine Fortschritte auf dem Weg zu einer Menschenrechtsstrategie im Sport. Für die nächsten Olympischen Winterspiele in China im kommenden Jahr gilt das allerdings nicht.

          9 Min.

          John Carlos, Tommie Smith und Peter Norman hatten etwas Verbotenes getan. Sie bekamen eine Auszeichnung dafür, am Abend vor dem Nikolaustag. Zwischen der Tat, dem stillen Protest am 16. Oktober 1968 auf dem Siegerpodest nach dem 200-Meter-Lauf der Olympischen Spiele in Mexiko-Stadt, und der Auszeichnung durch Sebastian Coe am 5. Dezember 2020 lagen mehr als 52 Jahre. Smith ist 76 Jahre alt, Carlos 75, Norman ist 2006 gestorben. Seit wenigen Wochen sind sie Träger des „President’s Award“ des internationalen Leichtathletikverbands World Athletics (WA). Eine „immense Ehre“ sei ihm die Verleihung der Auszeichnung an die drei, sprach WA-Präsident Sebastian Coe ins Mikrofon seines Computers: „Möge ihre Geschichte eines Tages Teil unserer Geschichte und nicht unserer Gegenwart sein.“

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

          Coe hat in den vergangenen Monaten deutlich gemacht, dass sein Verband Meinungsäußerungen zulassen will. Protest auf dem Podium, wie ihn die Sprinter in Mexiko aus Solidarität mit den, wie Carlos später sagte, „Gelynchten, den Getöteten, denen, die geteert und gefedert wurden, den Über-Bord-Geworfenen“ mit ihrer erhobenen Faust im Handschuh ausdrückten – auch bei Olympischen Spielen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC), dessen Mitglied Coe ist, und sein Präsident Thomas Bach sehen das ganz anders. Protest auf dem Podium, politische Statements auf dem Platz? Das IOC räumt den Gesten von Smith, Carlos und Norman einen Platz als großer olympischer Moment in seinem Museum ein.

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