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Machtspiele bei IOC und Fifa : Wenn der Scheich die Strippen zieht

Ein schönes Paar: Michel Platini will Fifa-Präsident werden. Und er weiß, dass dies nur mit Hilfe von Ahmad al Fahad al Sabah geht Bild: AFP

Im internationalen Sport hält der kuweitische Scheich Ahmad die Fäden in der Hand. Er soll Michel Platini zum Fifa-Präsidenten machen. Wie konnte dieser Zündler und Intrigant so mächtig werden?

          Andere Leute spielen Schach. Scheich Ahmad al Fahad al Sabah hat ein anderes Hobby. Der demnächst 52 Jahre alte Kuweiter liebt sportpolitische Wahlen. Er hat Spaß daran, Leute zu manipulieren und gegeneinander auszuspielen, er freut sich, wenn er Drähte ziehen und Synergieeffekte konstruieren kann. Am besten öffentlich, damit alle sehen können, was er für eine wichtige Rolle spielt. Erklärungen gibt er dazu aber lieber nicht ab. Ein Gespräch mit ihm gleiche dem Versuch, einen Pudding an die Wand zu nageln, sagt ein altgedienter Wegbegleiter. Erst wenn gefeiert wird, outet sich der Scheich. Er gehört selbstverständlich immer zu den Siegern.

          Evi Simeoni

          Sportredakteurin.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Seit neuestem heißt es, der Kuweiter werde den Franzosen Michel Platini zum nächsten Präsidenten des Internationalen Fußball-Verbandes (Fifa) küren. Dass Platini mit seinen Ambitionen an die Öffentlichkeit gegangen ist, wird darauf zurückgeführt, dass er sich endlich Ahmads Unterstützung hat sichern können - nachdem er ganz offensichtlich bei ihm antichambriert, ihn mehrmals in Kuweit besucht, ihn regelmäßig in Ehrenlogen der Champions League empfangen und ihn am 20. Juli im Hauptquartier der Fifa auf die Stirn geküsst hat. Tags zuvor hatten die Fußball-Granden ihre Claims in der Bar des Züricher Hotels Baur au Lac neu abgesteckt.

          Ein wenig begabter Bremser

          Angeblich hat Platini zu den Stimmen Europas und Nord-, Mittel- und Südamerikas durch den Scheich auch Asien gewonnen, und das könnte reichen, falls die amerikanische Justiz dem Franzosen nicht vor dem Fifa-Kongress am 26. Februar in die Beine grätscht. Das heißt, ein sportpolitisch wenig begabter Bremser und Hinterzimmertaktierer würde das Rennen machen, von dem sich der Weltfußball keine Verbesserung der hochgradig gefährlichen Lage erwarten kann. Aber Scheich Ahmad könnte wenigstens sicher sein, dass der neue Fifa-Präsident die Fußball-WM 2022 bei seinen arabischen Brüdern in Qatar nicht in Frage stellt. Platini hat schließlich selbst für den Wüstenstaat gestimmt - seine fruchtbaren Verbindungen mit Qatar sind hinreichend bekannt.

          Wenn Ahmad al Sabah in einer der Five-Star-Hotelhallen dieser Welt einläuft, wo Sportfunktionäre, das Beratervolk und Journalisten herumnetzwerken, dann verändert sich die Atmosphäre: Egal ob im Baur au Lac oder in den Nobelquartieren des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) wie zur Zeit im Mandarin Oriental in Kuala Lumpur. Die leisen Gespräche verstummen, und alle Augen wandern zu ihm. Dem Scheich, wie sie ihn kurz nennen.

          Auch in Anzug und Krawatte unterwegs: der Scheich im Juli zu Gast bei der Fifa in Zürich

          Mit einem großmütigen Lächeln schaut er sich im riesigen Kreis seiner Freunde um, hinter ihm sein XXL-Leibwächter aus Nigeria und um ihn herum seine Entourage, angeführt wiederum von seinem Adlatus Husain al Mussalam. Der Scheich bewegt sich durch die Lobbyisten-Population wie durch einen Schwarm Fische, der sich immer wieder nach ihm ausrichtet. Er kleidet sich im Alltag europäisch, in Jeans und weichen Mokassins, das Hemd ist weit aufgeknöpft, eine Sonnenbrille in die Knopfleiste eingehakt, die krausen Haare meistens zum Zopf gebunden.

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