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Aiba : Chaos und Machtkampf im Boxverband

  • Aktualisiert am

Aiba-Präsidenten Wu Ching-kuo steht stark in der Kritik. Bild: AP

Die überwiegende Mehrheit der Mitglieder im Exekutivkomitee der Aiba wirft Präsident Wu vor, den Verband wirtschaftlich ruiniert zu haben. Nun eskaliert der Streit weiter.

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          Der Machtkampf im Internationalen Amateur-Boxverband (Aiba) eskaliert weiter. Am Mittwoch sind die Aiba-Angestellten daran gehindert worden, ihre Büros am Sitz des Verbandes in Lausanne zu betreten, berichtet die Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP). „Liebe Aiba-Angestellte, bitte nehmt zur Kenntnis, dass das Exekutivkomitee der Aiba dem Aiba-Präsidenten Wu Ching-kuo sein Misstrauen ausgesprochen hat“, sei auf einem Zettel am Zugang zum Aiba-Bürotrakt im „Haus des Internationalen Sports“, in dem mehrere Sportverbände ihre Verwaltungssitze haben, zu lesen gewesen.

          „Darüber hinaus wurden Anträge angenommen, ein Übergangsmanagementkomitee einzusetzen, um die Arbeit der Aiba und des Aiba-Hauptquartiers und einen außerplanmäßigen Aiba-Kongress zu organisieren. Daher wurde entschieden, die Büros in dieser Übergangsphase bis zum Ende der Woche zu schließen. Den Angestellten werden drei Tage Urlaub angeboten.“

          Die überwiegende Mehrheit der Mitglieder im Exekutivkomitee der Aiba wirft dem Verbandspräsidenten Wu vor, den Verband wirtschaftlich ruiniert zu haben. Auf einer Sitzung am Montag in Moskau hatte sich das Gremium gegen Wu gestellt; zudem wurde beschlossen, einen außerplanmäßigen Aiba-Kongress innerhalb der nächsten drei Monate stattfinden zu lassen. Zuvor hatte die britische Zeitung „Guardian“ berichtet, der Verband stehe vor der Pleite.

          Wu, unter dessen Führung die Aiba unter anderem wegen fragwürdiger Kampfrichterentscheidungen bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro und des Mangels an Doping-Kontrollen Schlagzeilen gemacht hat, ist allerdings offenkundig nicht gewillt, seinen Posten aufzugeben. Er hofft, von den Nationalverbänden auf einem Kongress bestätigt zu werden. Die Aussperrung der Angestellten verurteile man auf das schärfste, heißt es in einer Mitteilung von Wus Geschäftsführer William Louis-Marie. Sie gefährde das Auskommen der Angestellten und die bevorstehende Weltmeisterschaft in Hamburg und verstoße gegen die Verbandsstatuten und das Schweizer Recht.

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