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Kirsan Iljumschinow : Macht der Schach-Chef Geschäfte mit Assad?

  • -Aktualisiert am

Kirsan Iljumschinow wehrt sich gegen die Vorwürfe, spricht aber von Assad als Freund. Bild: AFP

Kirsan Iljumschinow ist Präsidenten des Weltschachbundes. Dabei machte er gemeinsame Sache mit Saddam Hussein und Muammar al Gaddafi. Nun gibt es Sanktionen gegen ihn. Die Vorwürfe sind schwer.

          Gegen den Präsidenten des Weltschachbundes (Fide) hat das amerikanische Finanzministerium Sanktionen verhängt. Kirsan Iljumschinow soll im Auftrag des syrischen Diktators Baschar al Assad Ölgeschäfte abgewickelt haben. Ihm seien Transaktionen mit der syrischen Regierung, der Zentralbank und zwei Gewährsleuten des Regimes nachgewiesen worden, hieß es. Amerikanische Guthaben der von Iljumschinow kontrollierten RFA Bank sind eingefroren.

          Amerikanischen Bürgern sind jegliche Transaktionen mit dem Russen untersagt. In einer ersten Reaktion hat Iljumschinow die Sanktionen als Provokation bezeichnet und jegliche geschäftliche Interessen in Syrien abgestritten. Er habe einige tausend Schachsets und Lehrbücher gestiftet, um den Schachunterricht in syrischen Schulen zu unterstützen. Möglicherweise sei seine Spende mit illegalen Geschäften verwechselt worden, scherzte er in einem Interview mit dem russischen Fernsehen.

          Assad bezeichnete er wiederholt als Freund und guten Schachspieler. Die Fide sorgte selbst dafür, dass Iljumschinows Besuch in Damaskus im April 2012, als der Krieg schon mehr als 10.000 Todesopfer gefordert hatte, Beachtung fand. Seine Fide-Präsidentschaft hat der frühere Provinzgouverneur und Geschäftsmann von Beginn an als Türöffner zu Regierenden in aller Welt genutzt.

          Die amerikanischen Behörden hatten ihn wohl schon lange im Visier, denn er unterhielt Beziehungen zu Saddam Hussein und zu Muammar al Gaddafi. Kurz nach seinem Amtsantritt wollte Iljumschinow die Schach-WM 1996 trotz UN-Sanktionen in Bagdad austragen und von Saddam Hussein sponsern lassen. Damals wurde er noch gestoppt, 2004 jedoch fanden die Titelkämpfe der Fide in der libyschen Hauptstadt Tripolis statt.

          Iljumschinow (links) beim Schach mit Muammar al Gaddafi in Libyen.

          Die Sanktionen kommen für die Fide zu einem schwierigen Zeitpunkt. Der Schachverband war gerade dabei, im Westen wieder Fuß zu fassen. Die nächste Weltmeisterschaft soll Ende 2016 in New York, Los Angeles oder Chicago stattfinden. Zur Vorbereitung wollte Iljumschinow am Montag in New York eintreffen. Die Reise will er trotz der Sanktionen antreten. Wenn die amerikanischen Behörden Fragen an ihn hätten, sei er völlig offen dafür.

          Amerikanische Sanktionen gab es während der Ukraine-Krise auch schon gegen den russischen Milliardär und Schachsponsor Gennadi Timtschenko und den Gouverneur der Region Krasnodar, Alexander Tkatschjew, der das Organisationskomitee der vergangenen Schach-WM leitete. Doch die beiden haben keine Funktionen in der Fide. Falls der 53 Jahre alte Russe Iljumschinow sein Amt abgibt und es zu Neuwahlen kommt, wäre sein Widersacher Garri Kasparow übrigens nicht berechtigt, zu kandidieren: Gegen den früheren Weltmeister hat die Ethikkomission der Fide eine zweijährige Amtssperre wegen Korruption verhängt.

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          Vor der letzten Fide-Wahl war ein Vertragsentwurf publik geworden, in dem Kasparow einem Mitstreiter 500.000 Dollar versprach für das Beschaffen von zehn Verbänden, die für ihn stimmen. Die Ethikkommission treffe sich Ende Januar oder Anfang Februar wieder, teilte ihr Vorsitzender Francois Strydom mit. Vorher sei es unwahrscheinlich, dass man sich mit den Vorwürfen gegen Iljumschinow befassen könne – falls ein Verfahren eingebracht wird.

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