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Arbeitsverträge im Sport : Illegale Bedingungen für Bundestrainer

Ein Niederländer in deutschen Diensten: Henk Groener coacht die Handball-Frauen Bild: dpa

Befristete Arbeitsverträge, unbezahlte Überstunden bei maximalem Leistungsdruck. Und das alles für ein eher mageres Gehalt. Der Verband der Bundestrainer schlägt Alarm.

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          Die Bundestrainer im deutschen Sport fordern den Bund auf, die illegale Praxis von Ketten-Arbeitsverträgen in ihrem Metier zu unterbinden. Nach einer Umfrage ihres Berufsverbandes befindet sich ein Viertel der Bundestrainer und -trainerinnen in mehrmals verlängerten befristeten Arbeitsverhältnissen. Der Bund, der rund 800 Trainerinnen und Trainer finanziere, solle als Zuwendungsgeber gegenüber den Verbänden die Einhaltung von Recht und Gesetz und damit ein Ende der beschämenden Praxis durchsetzen, verlangen Gert Zender und Holger Hasse, die Präsidenten des Verbandes.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Zwei Drittel der Bundestrainer seien befristet beschäftigt, die Hälfte von ihnen mit Einjahresverträgen. Ihre Organisation weist darauf hin, dass die Vollversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes im Dezember 2019 einstimmig ein Trainerkonzept angenommen haben, nach dem Ketten-Arbeitsverträgen unterbleiben, Arbeitsschutz und Arbeitszeit besser geregelt und Lohnuntergrenzen eingeführt werden sollen.

          Auch wegen der Verschiebung der Olympischen Spiele von Tokio 2020 hätten sich daraus keine gravierenden Verbesserungen ergeben. 28 Prozent von 180 Teilnehmern an der Umfrage, auf der diese Zahlen basieren, gaben an, dass ihre Arbeitsverträge im vergangenen Jahr nur um ein Jahr verlängert worden seien. Jeder dritte Trainer überschreite seine Arbeitszeit in der Regel um mehr als 25 Prozent. Knapp zwei Drittel von ihnen erhalte dafür keine Vergütung.

          Laut Verband erhalten Bundestrainer im Schnitt ein Bruttojahresgehalt von circa 47.000 Euro. Die Verbände verlangten Höchstleistung von ihrem Personal, verwehren diesem aber Gewissheit und Perspektive, klagt der Verband.

          Volleyball-Bundestrainer ist ein Nebenjob: Andrea Giani coacht außerdem noch Revivre Powervolley Mailand.
          Volleyball-Bundestrainer ist ein Nebenjob: Andrea Giani coacht außerdem noch Revivre Powervolley Mailand. : Bild: dpa

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