https://www.faz.net/-gtl-7whp6

Leichtathletik-WM in Qatar : „Das Einzige, was sie dort haben, ist Geld“

  • Aktualisiert am

In der Leichtathletik bekannt als Schauplatz der Diamond League: Doha/Qatar Bild: dpa

Qatar sammelt weiter Weltmeisterschaften: 2019 sollen auch die Leichtathleten ihre Besten im Wüstenstaat ermitteln. Die Vergabe wird von Korruptionsvorwürfen begleitet. Es habe sich „die mit Abstand schlechteste Kandidatur“ durchgesetzt.

          Die Vergabe der Leichtathletik-WM 2019 an die qatarische Hauptstadt Doha wird von Korruptionsvorwürfen überschattet. „Das Einzige, was sie dort haben, ist Geld“, sagte José María Odriozola, der Präsident des spanischen Leichtathletikverbands am Dienstagabend der Zeitung „El periodico“. Es habe sich „die mit Abstand schlechteste Kandidatur“ durchgesetzt. Qatar habe dem Internationalen Leichtathletikverband IAAF neben dem ursprünglichen Budget nachträglich noch 37 Millionen Dollar (28 Millionen Euro) angeboten. „Wir fanden, dass dies illegal war, konnten uns damit aber nicht durchsetzen.“

          Zuvor hatte die Führung des Weltverbandes (IAAF) in Monte Carlo mit nur sechs Stimmen die Kandidatur Barcelonas schon im ersten Wahlgang abgelehnt. Doha erhielt zwölf Stimmen, Eugene/Oregon deren neun. Im entscheidenden Wahlgang setzte sich dann Qatars Hauptstadt mit 15:12 gegen das amerikanische „Leichtathletik-Mekka“ durch.

          Leichtathleten weichen in den Spätsommer aus

          Das Wüsten-Spektakel mit rund 2000 Athleten soll vom 28. September bis zum 6. Oktober stattfinden. Damit will man das Problem von neuntägigen „Hitzespielen“ zumindest etwas entschärfen. Bisher fanden Leichtathletik-Weltmeisterschaften fast immer im August statt. Im nächsten Jahr ist die Olympia-Stadt Peking Gastgeber für die besten Leichtathleten der Welt, 2017 dann London. Um die Bewerbung dieser WM hatte Doha noch gegen die Briten verloren.

          Was kostet die Sportwelt? Qatar will alles ausrichten, was sich Weltmeisterschaft nennt

          „Ich denke, dass wir mit Doha sowohl von den klimatischen Bedingungen als auch vom Zeitpunkt her vor großen Herausforderungen stehen“, sagte Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „2019 wird damit eine lange Saison. Insgesamt bin ich überrascht, dass sich Doha durchgesetzt hat.“

          Wegen der schlechten Behandlung ausländischer Arbeitnehmer und zahlreichen Todesfällen auf Baustellen werden Qatar Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Schwimmen (Kurzbahn-WM im Dezember 2014), Handball (Januar 2015), Straßen-Radsport (2016) und Turnen (2018) haben gleichwohl ihre Titelkämpfe in das reiche Emirat vergeben, um die Fecht-WM 2017 hat sich das Emirat ebenfalls beworben. Die Vergabe der Fußball-WM 2022 an Qatar wird von lautstarken Korruptionsvorwürfen begleitet. Doha bereitet derzeit eine Olympiabewerbung für 2024 vor.

          Weitere Themen

          Keine Mammut-WM in Katar Video-Seite öffnen

          Nur 32 statt 48 Teams : Keine Mammut-WM in Katar

          Wie die Fifa bekannt gab werden bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar genau so viele Teams wie in den letzten Jahren antreten. Zuvor hieß es, die Anzahl an teilnehmenden Nation sollte auf 48 Mannschaften aufgestockt werden.

          Gruuuu!

          Eishockey-Keeper Grubauer : Gruuuu!

          NHL-Torhüter Philipp Grubauer ist rechtzeitig wieder zur Stelle – seine große Erfahrung soll im WM-Viertelfinale gegen Tschechien helfen.

          Die Erfolge des Niki Lauda Video-Seite öffnen

          Tod einer Formel-1-Legende : Die Erfolge des Niki Lauda

          Der Österreicher Niki Lauda feierte in der Formel 1 große Erfolge und ließ sich auch von Unfällen und Verletzungen nicht unter kriegen. Die rote Kappe wurde zu seinem Markenzeichen. Mit 70 Jahren ist er nun im Kreis der Familie verstorben.

          Topmeldungen

          Rezos Video : Jeder Like ein Armutszeugnis

          Das Video „Zerstörung der CDU“ des Youtubers Rezo ist ein Dokument der Zeitgeschichte: Propaganda von der ganz feinen Sorte.
          Die „Bollocks to Brexit“-Sticker der Gruppe „Glasgow Loves EU“ sind besonders beliebt.

          Mit der Europawahl : Kann Schottland ein Zeichen gegen den Brexit setzen?

          Unverhofft nimmt das Vereinigte Königreich an der Europawahl teil. Im pro-europäischen Schottland hoffen Aktivisten, eine Botschaft nach Westminster schicken zu können. Gleichzeitig droht ein neues Unabhängigkeitsreferendum.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.