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Leichtathletik : Russen nach neuen schweren Vorwürfen suspendiert

  • Aktualisiert am

Danil Lyssenko Bild: AFP

Weil sie mit gefälschten Dokumenten dem russischen Hochspringer Danil Lyssenko ein Alibi verschaffen wollten, hat der Internationale Leichtathletikverband die russische Verbandsspitze suspendiert.

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          Die Integritätskommission (AIU) des Internationalen Leichtathletikverbandes IAAF lastet dem russischen Leichtathletikverband (Rusaf) schwere Verstöße gegen die Anti-Doping-Regeln an. Die AIU teilte am Donnerstagabend mit, Verbandschef Dmitri Schljachtin, den geschäftsführenden Direktor Alexander Parkin, die Anti-Doping-Koordinatorin Jelena Ikonnikowa, zwei weitere Funktionäre sowie den Hochspringer Danil Lyssenko und dessen Trainer vorläufig suspendiert zu haben. Ihnen wird vorgeworfen, Anti-Doping-Ermittlungen behindert und Beweise gefälscht zu haben. Schljachtin kündigte in Moskau seinen Rücktritt an.

          Lyssenko, WM-Zweiter von 2017, war bei internationalen Wettbewerben als neutraler Athlet gestartet; der russische Leichtathletik-Verband ist seit 2015 wegen des Staats-Doping-Skandals nach wie vor durch den Internationalen Leichtathletikverband gesperrt.

          Im Sommer 2018 war er zum dritten Mal mit einer sogenannten „whereabouts failure“, also der Angabe eines falschen Aufenthaltsorts aufgefallen. Daraufhin hatte er entschuldigende Angaben gemacht, durch die die nun abgeschlossene Untersuchung durch die Ermittler ausgelöst wurde. Sämtlichen nun suspendierten Funktionären wird vorgeworfen, Beweise gefälscht zu haben, um Lyssenkos Alibi zu stützen. So sollen Dokumente verfasst worden sein, die belegen, dass Lysenko zu krank gewesen sei, um sich ordnungsgemäß abzumelden. Diese Dokumente stammen angeblich von Ärzten, die es nicht gebe und die in einer Scheinklinik in Moskau gearbeitet haben sollen.

          Die Untersuchung wurde nach Darstellung der AIU maßgeblich durch die russische Anti-Doping-Agentur Rusada unterstützt. Dem russischen Leichtathletikverband wurde eine Frist bis 12. Dezember gesetzt, auf die Vorwürfe zu antworten. Anschließend werde der Rat des internationalen Verbandes mit der Sache befasst.

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