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Lamine Diack : Geld für Wahlkampf im Senegal?

  • -Aktualisiert am

Lamine Diack darf wegen des Vorwurfs der Korruption und der Geldwäsche Frankreich nicht verlassen. Bild: dpa

Wofür verwendete der damalige Leichtathletik-Präsident Lamine Diack mehr als eine Million Euro Bestechungsgeld? Nicht zur persönlichen Bereicherung, beteuert er. Vielmehr bringt Diack Wladimir Putin ins Spiel.

          Nicht zur persönlichen Bereicherung, sondern zur Unterstützung des Wahlkampfes in Senegal will Lamine Diack, der langjährige Präsident des Welt-Leichtathletikverbandes (IAAF), mehr als eine Million Euro Bestechungsgeld verwendet haben. Demnach habe der russische Präsident Wladimir Putin mittels des damaligen Präsidenten des russischen Verbandes, Valentin Balachnitschew, und des Diack-Sohnes Papa Massata Einfluss auf die Präsidentenwahl im Februar 2012 und die Wahl zur Nationalversammlung im Juli 2012 genommen.

          Es sei darum gegangen, behauptete Diack gegenüber der französischen Justiz, Präsident Abdoulaye Wade zu stürzen. Das berichtet die Zeitung „Le Monde“ unter Berufung auf Vernehmungsprotokolle. Die von dem senegalesischen Präsidenten Macky Sall eingesetzte Regierung Mbaye bestritt gegenüber dem Blatt, dass es je eine solche Unterstützung gegeben habe.

          Auch Balachnitschew dementierte eine solche Einmischung in die inneren Angelegenheiten Senegals. Diack ist Staatsbürger des Landes, war Bürgermeister von Dakar und Vizepräsident der Nationalversammlung; er darf wegen des Vorwurfs der Korruption und der Geldwäsche Frankreich nicht verlassen. Gegen hohe Geldzahlungen verhinderte und verschleppte er die Bestrafung von russischen Leichtathleten, die bei Doping-Proben aufgeflogen waren oder auffällige Blutwerte aufwiesen.

          Der Leiter der Anti-Doping-Abteilung der IAAF, der Mediziner Gabriel Dollé, gab demnach zu, 190.000 Euro in bar erhalten zu haben, 90.000 davon direkt von Diack. Aus einer E-Mail an Diack gehe hervor, dass weitere Beschäftigte der IAAF eingeweiht waren und bis zu 50.000 Euro einsteckten.

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