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Kuba empfängt Cosmos New York : „We Love American Sport“

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Havanna begrüßt New York: „Cuba vs Cosmos“ Bild: dpa

Dank des politischen Frühlings zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten reist New York Cosmos für ein Freundschaftsspiel nach Havanna und sorgt für laute Fußballbegeisterung in dem Karibikstaat.

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          Das Ergebnis war am Ende zweitrangig. 4:1 fegten die Fußballprofis vom amerikanischen Team New York Cosmos Kubas Nationalmannschaft vom Platz, bereits nach neun Minuten hatten die Gäste das erste Tor gegen die Amateurkicker von der Karibikinsel geschossen. Den Fans in Havanna war es egal. Begeistert jubelten sie beiden Teams zu, auch vor dem Anpfiff hatten sie laut und deutlich Beifall gespendet - sowohl für die kubanische, als auch für die amerikanische Nationalhymne.

          In der kubanischen Hauptstadt kamen sich die früheren Erzrivalen USA und Kuba am Dienstagabend wieder ein Stück näher. Mit dem historischen Spiel in Havanna wurde Cosmos das erste Team einer amerikanischen Liga, das den Karibikstaat in Jahrzehnten besucht. Zuletzt waren die Baseballer der Baltimore Orioles 1999 auf Kuba gewesen, ein Besuch der Chicago-Sting-Fußballer ging sogar 37 Jahre zurück. Entsprechend euphorisch reagierten die Fans.

          Karibische Begeisterung auf der Tribüne - auch wenn Cosmos die Kubaner schlägt Bilderstrecke

          „Das packt mich so sehr, weil das die einzige Möglichkeit für mich ist, große Stars zu sehen“, sagte Manuel Díaz kurz vor dem Anpfiff. Der 52-Jährige hatte sogar eine amerikanische Flagge ins Stadion mitgebracht, auf der er geschrieben hatte: „I Love American Sport“ (Ich liebe den US-Sport) - eine Liebeserklärung an den früheren Erzfeind, die auf Kuba vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen wäre.

          Neben aktuellen Spielern wie dem früheren Real-Madrid-Idol Raúl González hatte Cosmos seinen Ehrenpräsidenten, Fußballkönig Pelé, nach Kuba mitgebracht. „O Rei“ ließ sich vor dem Spiel auf der Ehrentribüne von den Fans in der Arena feiern.

          „Wir wollen mehr Fußball in unserem Land haben“, forderte euphorisch Gilberto Ortega. Der 24 Jahre junge Fan hatte kein Problem, sich mit mit beiden Teams zu identifizieren. „Wir sind hier, um sowohl unsere Nationalmannschaft als auch die Stars anzufeuern“, sagte er.

          „Es sind die Regierungen, die Probleme machen“

          Andere wie Oniel Acosta waren vor allem vom früheren spanischen Topstürmer Raúl angetan: „Raúl González zu sehen ist ein Traum, der in Erfüllung geht“, versicherte der 30-Jährige. Ende der 1970er Jahre hatte Cosmos unter anderen Stars auch Franz Beckenbauer unter Vertrag. Der Verein ist gerade Tabellenführer der North American Soccer League (NASL).

          Auch die amerikanischen Besucher waren vom Spiel begeistert. „Es war überfällig“, sagte Cosmos-Mitarbeiter Thomas Fraehmke über die amerikanisch-kubanische Annäherung. „Die Menschen sind ähnlich. Es sind die Regierungen, die Probleme machen“, glaubt der deutschstämmige Fraehmke. Der 48-Jährige vergleicht den aktuellen diplomatischen Frühling zwischen Washington und Havanna mit der Wendezeit in Deutschland.

          Mehr als 50 Jahre lang waren die Vereinigten Staaten und das sozialistische Kuba verfeindet. Im Dezember hatten beide Seiten überraschend verkündet, dass sie ihre Beziehungen nach und nach normalisieren wollen. In den vergangenen Monaten hatte auch der amerikanische Sport großes Interesse daran gezeigt, bei der Annäherung an Kuba eine Rolle zu spielen.

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