https://www.faz.net/-gtl-7sp0c

Fußball-Annektion : Fifa fordert Uefa in Krimfrage zum Handeln auf

Fifa-Präsident Blatter, der russische Sportminister Mutko: Untersuchung angekündigt Bild: picture alliance / dpa

Drei Klubs von der Krim spielen im russischen Pokal, der Präsident des ukrainischen Fußballverbands appelliert an Fifa-Präsident Blatter und Uefa-Präsident Platini. Das wirkt offenbar: Die Fifa kündigt eine Untersuchung an.

          2 Min.

          Nachdem am Dienstag drei Fußballklubs von der Halbinsel Krim im russischen Pokal angetreten sind, hat der internationale Fußballverband Fifa ein Untersuchungsverfahren angekündigt, dass zunächst von der Europäischen Fußball-Union Uefa vorangetrieben werden müsse. „Der Fifa sind die Spiele vom 12. August bekannt und wir bestätigen den Eingang eines Schreibens des Präsidenten des ukrainischen Fußballverbandes“, schrieb ein Fifa-Sprecher auf Anfrage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Der ukrainische Fußballverband FFU hatte zuvor offiziell gegen die Annektion von drei Fußballklubs von der Halbinsel Krim durch den russischen Verband RFU und rechtliche Konsequenzen verlangt. FFU-Präsident Anatolij Konkow veröffentlichte auf der Homepage seines Verbandes einen Brief an Joseph Blatter, den Präsidenten des Internationalen Fußballverbandes Fifa, und an Michel Platini, den Präsidenten der Europäischen Fußball-Union Uefa.

          „Wir haben gesehen, wie ukrainische Klubs von der Krim widerrechtlich und willkürlich durch die Exekutive des russischen Verbandes einverleibt wurden. Da ich weiß, dass sie nicht offiziell durch den russischen Verband informiert wurden, weise ich Sie darauf hin, dass diese Klubs am 12. August im russischen Pokal gespielt haben. Ich rufe Sie daher an, den Verband zu bestrafen, der die Statuten der Fifa, der Uefa, der FFU und des russischen Verbandes selbst verletzt hat.“ Ein Verbandswechsel ohne die Zustimmung aller beteiligten Verbände verletzt Artikel 84 der Fifa-Statuten.

          Am Dienstag waren drei Klubs von der Krim, Tawrija Simferopol, SKChF Sewastopol und Schemtschumschina („Die Perle“) Jalta im russischen Pokal angetreten. Dabei unterlag Simferopol gegen Sewastopol 0:2, mit dem gleichen Ergebnis verlor Jalta gegen den ebenfalls neu gegründeten FC Sotschi.

          Da die Spiele ohne Zustimmung der Uefa stattfanden, dürften sie auch Artikel 51 der Uefa-Statuten verletzen. Konkow wies darauf hin, dass die Krim weiter Teil der Ukraine sei, und daher der Fußball ebenfalls unter ukrainische Jurisdiktion falle. „Wir warten auf Ihre prompte Antwort und die Klärung der ,Krimfrage‘. Die Zukunft des ukrainischen und des Weltfußballs liegt in Ihren Händen.“

          Standardantwort von der Uefa

          Die Statuten der internationalen Verbände sehen bei Verstößen Disziplinarmaßnahmen bis zum Lizenzentzug (Uefa) und Ausschluss (Fifa) vor, gegen Funktionäre Geldstrafen und Tätigkeitssperren. Für den 20. August hat der russische Verband das erste Ligaspiel in der dritthöchsten Spielklasse des Landes, der Südstaffel der sogenannten zweiten Division, zwischen Sewastopol und Simferopol angesetzt.

          Auf Anfrage der F.A.Z., was die nächsten Schritte der Uefa seien, antwortete ein Sprecher des Verbands am Mittwochabend mit der Standardantwort: Man beobachte die Situation und sei in Kontakt mit beiden Verbänden. Zur Zeit habe man keinen weitere Kommentar abzugeben. 

          Weitere Themen

          „Check von hinten“

          Wahl des IIHF-Präsidenten : „Check von hinten“

          Die unerwartete Niederlage in seinem „großen Spiel" auf der sportpolitischen Bühne schmerzt Franz Reindl. Er beklagt sich über die tendenziöse Sportberichterstattung in seiner Heimat.

          Topmeldungen

          Ampel oder Jamaika : Die Kanzlermacher

          Egal, ob Ampel oder Jamaika: Jetzt kommt es auf Grüne und FDP an. Verhandlungsgeschick muss vor allem Christian Lindner zeigen.
          Die AfD-Führung am Sonntagabend in Berlin

          Die AfD nach der Wahl : Ein Ergebnis, zwei Interpretationen

          In der gespaltenen AfD können beide Strömungen das Wahlergebnis jeweils in ihre Richtung deuten. Die Radikalen feiern ihre Erfolge im Osten, die Bürgerlichen haben Angst um den Westen. Ein Machtkampf zieht herauf.
          Armin Laschet sitzt im Studio für die „Elefantenrunde“ nach der Bundestagswahl.

          TV-Kritik: Bundestagswahl : Ein desillusionierender Fernsehabend

          Zunächst waren die Demoskopen die einzigen Wahlsieger. Wer noch dazu gehören wird, das hängt von der Kooperationsbereitschaft der FDP und der Grünen ab. Sie bestimmen, wer Bundeskanzler wird. Armin Laschets Schwäche könnte seine Chance sein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.