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Korruption und Doping : Sex and Drugs and Biathlon

Schattenspiel: Dem IBU-Präsident wird „systematisch korruptes und unethisches Verhalten“ vorgeworfen. (Symbolbild) Bild: dpa

Der Untersuchungsbericht zur über Jahre korrupten Führung des Internationalen Biathlon-Verbands zeigt exemplarisch, wie leicht sich persönliche Interessen und die Pflichten des Funktionärslebens verbinden lassen. Auf der Strecke bleibt der faire Wettbewerb.

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          Jagdausflüge mit anschließender Trophäenlieferung, ein Aktenkoffer voller Dollar-Noten, die Dienste diverser Prostituierte: Die Drahtzieher des russischen Dopings hatten in Anders Besseberg, dem Präsidenten des Biathlon-Weltverbandes (IBU) aus Norwegen, einen derart korrupten und willfährigen Partner bei der Vertuschung von Doping und dem Aushebeln von sportpolitischen Sanktionen, dass die Untersuchungskommission, die sich zwei Jahre lang damit beschäftigte, ohne Umschweife zur Sache kommt.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.
          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Im ersten Satz ihres Berichtes, der an diesem Donnerstag veröffentlicht worden ist, hält sie der IBU und der Welt des Sports „Beweise für systematisch korruptes und unethisches Verhalten ganz an der Spitze der IBU für ein Jahrzehnt“ vor. Besseberg schien „keinerlei Sinn für ethische Werte gehabt zu haben und kein wirkliches Interesse daran, den Sport vor Betrug zu schützen“.

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