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Korruption im Fußball : Rasende Gier

Rekordhalter in Sachen Korruption: Ahmad Ahmad aus Madagaskar Bild: dpa

Amtsmissbrauch, Veruntreuung, Annahme von Geschenken: Fußballfunktionär Ahmad Ahmad ist in Rekordzeit von der Ethikkommission gesperrt worden. Da scheint selbst die Fifa beeindruckt.

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          Heute muss es ein bisschen mehr sein. Es wollen nicht nur Server gefüllt werden, sondern auch immer noch die Taschen, Koffer und Konten. Die Daten sind da, das Geld auch. Also: mehr Spiele, mehr Mannschaften, mehr Wettbewerbe. Sonst bleibt das Rad stehen, und das Rad soll nicht stehenbleiben, nein, es muss sich schneller drehen. Moderne Zeiten. Mehr ist gut, schneller ist besser.

          An dieser Stelle Vorhang auf für: den modernen Mann der Woche. Ahmad Ahmad aus Madagaskar, der einen neuen Rekord auf dem internationalen Fußball-Korruptionsparcours gesetzt hat. 2017 auch dank der Hilfe von Gianni Infantino zum Chef des afrikanischen Kontinentalverbandes Caf aufgestiegen, nach bloßen zwei Jahren mit beeindruckender Zwischenbestzeit auf einem Pariser Polizeiposten zur Vernehmung und nun, nach dreieinhalb Jahren, bereits von der Ethikkommission der Fifa gesperrt.

          Deren Pressemitteilung liest sich, als sei man beim Internationalen Verband, dessen Vizepräsident Ahmad war, fast ein bisschen beeindruckt (so unwahrscheinlich das bei diesem Verband klingt): Amtsmissbrauch, Veruntreuung, die Annahme und das Angebot von Geschenken „und anderen Vorteilen“. Und schon liegt auch der Einspruch gegen die Fünfjahressperre beim Internationalen Sportschiedsgericht. Ahmad Ahmad ist nicht nur maximal schnell, sondern hält sich selbstverständlich für maximal unschuldig. Das allerdings ist wirklich nichts Neues.

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