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Impfquote im Sport : Auf der sicheren Seite

Die Basketballklubs der BBL scheinen auf der sicheren Seite, glaubt man den Worten von Geschäftsführer Stefan Holz. Bild: dpa

Nahezu alle Profis der Basketball-Bundesliga sind geimpft. Der deutliche Unterschied zum Fußball zeigt, dass die Klubs der BBL gegenüber ihren Spielern in der stärkeren Position sind.

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          Ein einziger Spieler der ersten deutschen Basketball-Liga sei nicht geimpft, sagt Geschäftsführer Stefan Holz. Das zeugt, da darf man sich nichts vormachen, von der starken Position der Klubs. Sie dürften potentiellen Verpflichtungen wie etablierten Stars deutlich gemacht haben, dass nur Profis mit vollständigem Impfschutz mit auf die immer noch von Corona bedrohte Tour durch deutsche und europäische Hallen gehen sollen. Anders als so mancher Fußballklub, der keine andere Möglichkeit hat, als an die Vernunft seiner Spieler zu appellieren – und dann feststellt, wie etwa Mainz 05, dass von seinen Spielern jeder Dritte darauf verzichtet hat, sich über den Sommer impfen zu lassen. Die Infektionswelle, die in Deutschland bevorstehen soll, dürfte noch den ein oder anderen Klub mit Krankenstand und Quarantäne wichtiger Beschäftigter berauben. Mit anderen Worten: Mangelnde Einsicht von Spielern kostet Klubs Erfolg und Geld.

          Impfbereitschaft sollte, wäre die Welt besser, keine Frage der Machtverhältnisse zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sein. Wer beruflich ständig reist, wie Berufssportler in den großen Ligen es tun, wer zwischen Hotels und Sportanlagen in Deutschland und Europa pendelt, sollte zum Schutz seiner selbst und seiner Angehörigen das Krankheits- und damit auch das Ansteckungsrisiko minimieren. Gewiss gibt es Risiken durchs Impfen. Aber viel größer ist, auch für Top-Athleten, das Risiko durch die Delta-Variante.

          Klubs, die so bald wie möglich wieder ihre Tribünen unter Volllast bespielen wollen, um die Einnahmeverluste wie in der vergangenen Spielzeit zu vermeiden, haben zudem schlechte Argumente, wollen oder müssen sie bei einer Verschärfung der Gesundheitslage die 2-G-Regeln durchsetzen, Zugang allein für Genesene und Geimpfte, wenn ihr Personal ungeimpft auf die Bühne tritt. Noch ist die Situation in Deutschland heterogen. Basketball-Meister Alba Berlin darf zum Start der Meisterschaft an diesem Donnerstag nur die Hälfte seiner Zuschauerplätze vergeben. Das ist mit rund siebentausend deutlich mehr, als es etwa Bayern München mit einer dichteren Auslastung von 85 Prozent (5700 Plätze) erlaubt ist. Und mehr als doppelt so viel, wie s.Oliver Würzburg bei seiner Auslastung von hundert Prozent in die Halle bekommt: gut dreitausend.

          Die Basketballklubs der BBL scheinen auf der sicheren Seite. Zusätzlich zu den Spielern sind auch Trainer und Betreuer fast vollständig geimpft: zu 99 Prozent. Kann man das mit Druck allein erklären? Vielleicht sind sie sich ihrer persönlichen und gesellschaftlichen Verantwortung bewusst.

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

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