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Kommentar zu Dan Mori : Werte des Sports

Training in Holland statt am persischen Golf: Der Arnheimer Profi Dan Mori Bild: AFP

Vitesse Arnheim trainiert in den Vereinigten Arabischen Emiraten ohne Dan Mori. Der Spieler darf nicht einreisen, weil er Israeli ist. Der Umgang mit der himmelschreienden Diskriminierung zeigt, welche Werte im Sport zählen.

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          Vielleicht sollte man Dan Mori mal fragen, was er von der Wirksamkeit der Charta des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) hält; genauer: von den nur sieben Sätzen, in denen die Olympier ihre Prinzipien formulieren. Dan Mori, Fußballprofi in Diensten von Vitesse Arnheim, dürfte einiges zu sagen haben zu Punkt sechs. Dieser besagt, dass jede Form der Diskriminierung aus Gründen der Rasse, der Religion, der Politik, des Geschlechts unvereinbar sei mit der Zugehörigkeit zur olympischen Bewegung.

          Der 25 Jahre alte Mori, seit eineinhalb Jahren Verteidiger bei dem Klub aus der niederländischen Ehrendivision, muss mit dem Nachwuchs trainieren, seit sich seine Mannschaftskameraden am Wochenende in Abu Dhabi am persischen Golf auf die zweite Hälfte der Saison vorbereiten. Olympiateilnehmer Vereinigte Arabische Emirate lässt Mori nicht einreisen, weil er Israeli ist.

          Die israel-feindliche Politik arabischer Staaten ist der eine Skandal. Der andere ist, dass Unternehmen wie Vitesse sie bereitwillig akzeptieren. Von Politik und Religion halte sich der Klub fern, lässt sich dessen Sprecherin zitiert: „Wir sind ein Fußballklub.“ Im übrigen habe man Verpflichtungen zu erfüllen wie die bevorstehenden Spiele gegen Wolfsburg und den Hamburger SV. Die Bundesligaklubs trainieren ebenfalls am Golf. Ihre Akzeptanz des arabischen Antisemitismus fällt nicht auf, weil sie keinen israelischen Spieler zu Hause lassen mussten.

          Wie ist Heiner Geißler kritisiert worden, als er vor reichlich einer Woche in der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung konstatierte, Staaten, die Frauen immer noch das Recht auf sportliche Betätigung verweigerten - vorneweg Sudan, Saudi-Arabien und Iran -, müssten von Olympischen Spielen ausgeschlossen werden wie einst das rassistische Südafrika der Apartheid.

          Es zählen die Werte, die auf dem Konto erscheinen

          Das IOC nehme seine Charta nicht ernst, folgerte er, weil es korrupte Mitglieder habe. Etliche Kandidaten gehören auch deshalb nicht zu einem Sportfest der ganzen Welt, weil sie ihren Athleten verbieten, gegen Sportlerinnen und Sportler aus Israel anzutreten. Ungeniert schützen sie Verletzungen vor - und kommen durch damit.

          Man mag Vitesse Arnheim Feigheit vorwerfen oder gar, wie es der Rechtspopulist Geert Wilders tut, dass sie Judenhass salonfähig machten. Man mag sich fragen, warum der FC Bayern München in Doha trainiert und sich damit zum Aushängeschild des qatarischen Feudalstaates macht, der ebenfalls, im Oktober, israelische Sportler diskriminierte, als beim Schwimm-Weltcup ihre Flagge entfernt wurde. Qatar ist nicht nur Olympiateilnehmer, sondern auch Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft 2022. Man muss Werte offenbar anders verstehen im Sport. Die einen stehen in der Olympischen Charta. Aber es gelten jene, die auf dem Konto erscheinen.

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

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