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Fußballverbände : Klubs beschließen DFL-Reform, DFB stellt Zeitplan vor

  • -Aktualisiert am

Position gestärkt: DFL-Präsident Reinhard Rauball und sein Quasi-Nachfolger Christian Seifert (rechts). Bild: dpa

Der deutsche Fußball reformiert sich: Die DFL hat ihre Reformen beschlossen und Geschäftsführer Christian Seifert weiter gestärkt. Der DFB sieht sich auch auf einem guten Weg zu einer neuen Struktur.

          Beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) suchen sie nach dem nicht eben rühmlichen Rücktritt von Reinhard Grindel nach einem neuen Präsidenten, der am 27. September beim Frankfurter DFB-Bundestag gewählt werden soll. Bei der benachbarten Deutschen Fußball Liga (DFL) schaffen sie dagegen das in den vergangenen zwölf Jahren von Reinhard Rauball mit Umsicht, Geschick und Persönlichkeit ausgeübte Präsidentenamt ab.

          Am Dienstag verkündete der letzte DFL-Präsident diese wichtigste Entscheidung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der 36 Klubs aus der Ersten und Zweiten Bundesliga in einem Neu-Isenburger Hotel. Der 72 Jahre alte Präsident von Borussia Dortmund wirkte entspannt, als er seine im September 2018 angekündigte Demission bekräftigte. Sie wird am 21. August bei der Berliner Generalversammlung der Liga mit Neuwahlen zum Präsidium des DFL e.V. und Aufsichtsrat der von Geschäftsführer Christian Seifert angeführten DFL GmbH vollzogen. Von da an wird es zwar noch ein DFL-Präsidium geben – aber ohne Präsident und zwei Vizepräsidenten wie bisher.

          Stattdessen avanciert Ligamanager Seifert zum Sprecher des Präsidiums. Rauball sagte nach der einstimmigen Entscheidung der Liga, „Veränderung ist erforderlich. Wenn sich die Zeiten ändern, muss man sich anpassen.“ Auf Seifert, der mit Rauball eine harmonische De-Facto-Doppelspitze bildete, kommen nun noch mehr Aufgaben als ohnehin schon zu. Ämter in der Exekutive der Europäischen Fußball-Union (Uefa) und im Council des Internationalen Fußball-Verbandes (Fifa) strebt der eh schon ausgelastete Seifert aber nicht an. „Das ist mit meiner Funktion nicht vereinbar“, sagte er mit dem Hinweis darauf, dass Uefa und Fifa Dachverbände der Verbände seien.

          Seifert und seinen Mitstreitern geht das Reförmchen von Neu-Isenburg nicht weit genug. So soll aus der Deutschen Fußball Liga als eingetragener Verein und der DFL als Wirtschaftsbetrieb in Form einer GmbH nach der Klärung vieler Detailfragen eine eingliedrige Organisation werden. Dass es, wie nun beschlossen, künftig statuarisch verankerte Teilversammlungen der Ersten und Zweiten Bundesliga gibt und der Lizenzierungsausschuss aus Mitgliedern, die nicht wie bisher dem Präsidium und Aufsichtsrat angehören, gewählt wird, sind nur punktuelle Fortschritte auf einem langen Weg.

          DFB gibt Zeitplan bekannt

          Die neue Struktur des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nimmt derweil ebenfalls konkrete Züge an. Interimspräsident Rainer Koch hat bei der Versammlung der Profiklubs am Dienstag die mögliche neue Ordnung skizziert. Bei den Plänen scheint es auf eine deutlichere Trennung zwischen dem wirtschaftlichen und dem gemeinnützigen Teil hinauszulaufen. Beide "Abteilungen" könnten entsprechend auch von unterschiedlichen Personen geführt werden. Bis Ende August will der DFB die Personalien klären.

          "Wir befinden uns mit dem DFB in einer wirklich extrem konstruktiven Zusammenarbeit. Die Diskussion tut gut. In absehbarer Zeit sollte das Profil des künftigen Präsidenten klar werden", sagte DFL-Boss Christian Seifert: "Es wurde eine deutlichere Trennung zwischen der DFB GmbH und dem DFB e.V. mit seinen gemeinnützigen Aktivitäten skizziert. Den einen Teil könnte ein Aufsichtsratsvorsitzender führen, den anderen ein Präsident oder auch ein Aufsichtsratsvorsitzender."

          Der DFB kündigte an, die Frist für die Nominierung eines Präsidentschafts-Kandidaten vom 1. August auf Ende August verschieben zu wollen. Dadurch könnte die Deutsche Fußball Liga (DFL) einen Beschluss zur Nominierung bei ihrer Generalversammlung am 21. August fassen. DFB und DFL wollen beim DFB-Bundestag am 27. September einen Konsenskandidaten wählen.

          Seifert geht davon aus, dass die Zeit reicht. "Wir finden hoffentlich einen Kandidaten, der den DFB in die Zukunft führen kann", äußerte der 50-Jährige: "Es ist eine wichtige Position - aber nicht die schwierigste Personalie Deutschlands. Wenn man weiß, wonach man sucht, kann man das schaffen."

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