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Kirsan Iljumschinow : Böse Züge

  • -Aktualisiert am

Kirsan Iljumschinow Bild: F.A.Z.

          1 Min.

          „Ein vermögender Präsident ist der beste Schutz vor Korruption.“ Unter diesem Slogan und in einem weißen Rolls-Royce führte Kirsan Iljumschinow Wahlkämpfe in Kalmückien und wurde von seinem bitterarmen, in der Steppe nördlich des Kaukasus lebenden Volk viermal zum Gouverneur gewählt. Der Spruch hätte auch sein Wahlslogan im Weltschachbund (Fide) sein können.

          Als sein Vorgänger Florencio Campomanes 1995 zurücktrat - wegen Veruntreuung -, wurde der damals 33 Jahre alte Kalmücke als nahezu Unbekannter über Nacht Präsident. Dann aber lernten die Schachfreunde ihren Boss schnell kennen: Iljumschinow stellte den Kriegsverbrecher Saddam Hussein als Gastgeber der anstehenden WM vor.

          Kaviar, Wodka und eine Uhr

          Zum mutmaßlichen Kriegsverbrecher Gaddafi hielt er bis kurz vor dessen Fall. Den Syrer Assad besuchte er kürzlich. Kaum einer der westlichen Schachverbände hat Iljumschinow je wieder gewählt. Doch die meisten Delegierten aus dem Osten und Süden hängen an ihrem „Big Spender“.

          Denn schon zum Kennenlernen gab es für Funktionäre wie Spieler Kaviar, Wodka und eine Uhr. Weil die Fide kaum noch Sponsoren fand, zahlte Iljumschinow auch Preisgelder. Am Rande der kalmückischen Hauptstadt Elista ließ er eine „Schachstadt“ errichten, die heute brachliegt.

          Entführung durch ein Ufo

          Schon mehr als sechzig Millionen Dollar will er für Schach ausgegeben haben. Woher sein Geld stammt, ist nicht klar, sieht man von russischen Firmen ab, die über eine Agentur Iljumschinows im Steuerparadies Kalmückien registriert sind. Jedenfalls sitzen die Millionen locker, wenn er sich Publicity verspricht: Lenins Leiche wollte er für eine Million nach Kalmückien holen.

          Zehn Millionen bot er für die Errichtung eines Schachzentrums beim Ground Zero. Dem russischen Fernsehen schilderte er seine Entführung durch ein Ufo. Doch Außerirdische ticken anders als Kalmücken und Fide-Delegierte. Sie wollten ihn nicht behalten.

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