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Sportlerin für Sportler : Ein Sieg für Belarus

Katsiaryna Snyzina (Nummer 6) bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro. Bild: Picture-Alliance

Katsiaryna Snyzina versteigert die wichtigste Trophäe ihrer Basketball-Karriere. Mit dem Erlös unterstützt sie Sportkollegen, die bei Lukaschenka in Ungnade gefallen sind. Ihre Motivation spricht Bände.

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          Was ist eine Medaille wert? Katsiaryna Snyzina findet es gerade heraus. Die frühere Kapitänin war mit der belarussischen Basketball-Nationalmannschaft 2007 Dritte bei der Europameisterschaft in Italien geworden. „Der größte Erfolg meiner Karriere“, erzählt sie in einem kurzen Video, das sie in dieser Woche veröffentlicht hat.

          Es begleitet die Auktion ihrer Medaille, deren Erlös jenen belarussischen Sportlern zufließen soll, die im Zuge ihres Protests gegen Diktator Aleksandr Lukaschenka ihre Anstellung beim Staat verloren haben und nun sehen müssen, wie sie mit ihrem eigentlichen Beruf ihr Leben bestreiten können. Bis kommenden Donnerstag läuft die Auktion noch, auf über 2000 Dollar ist das Höchstgebot inzwischen geklettert, doch es wirkt bitter: Von Lukaschenka verjagt, müssen die belarussischen Sportler alles geben, sogar ihre Medaillen.

          Katsiaryna Snyzina sieht das ganz anders: „Für mich steht diese Medaille als Symbol für eine Gruppe von Menschen, die ein Ziel haben. Das ist den Belarussen passiert. Niemand hat uns als Nation ernst genommen, und wir wussten selbst nicht, wie laut unsere Stimmen klingen können.“ Aber seit August, seit Lukaschenka die um ihre Wahl betrogene Bevölkerung niederhält, „fühlten wir uns wie eine vereinte Nation. Für uns ist das ein Sieg.“

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

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