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Wintersport-Kommentar : Kaspers Theater und die Folgen

Gian Franco Kasper Bild: AFP

Gian Franco Kasper, Präsident des Internationalen Skiverbandes, fällt durch umstrittene Äußerungen auf. So verstärkt sich die Tendenz unter Sportlern, sich nicht mehr angemessen vertreten zu sehen.

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          Gian Franco Kasper aus Sankt Moritz, Engadin, Präsident des Internationalen Ski-Verbandes Fis, Ehrenmitglied des Internationalen Olympischen Komitees, erklärter Klimawandel-Skeptiker, hat etwas für den Klimaschutz getan. Tatsächlich. Das Interview, das Kasper vor Beginn der WM der Alpinskifahrer Schweizer Zeitungen gab, hat Jamie Anderson aus Lake Tahoe, Kalifornien, dazu bewegt, das bei der Snowboard-WM gewonnene Preisgeld zu spenden: an die Klimaschutzorganisation „Protect our winters“, die Kaspers umgehenden Rücktritt fordert. Kaspers „Ignoranz und negativer Einfluss“ brächen ihr das Herz, erläuterte Frau Anderson, zweimalige Olympiasiegerin.

          Und postete ein Bild, auf dem „WTF FIS“ zu lesen war. Das englische Akronym steht nicht für „Welch Trottel, Freunde“. Die Kritik ist expliziter. Aus „humanitärer Sicht“ sei es „abstoßend zu erfahren, was Kasper über andere Menschen denkt“, sagte Slopestyle-Olympiasieger Sage Kotsenburg gegenüber ESPN. Aus Kaspers Äußerungen zum Klimawandel (gibt es nicht) und der besseren Eignung von Diktatoren als Olympiaausrichter (gibt es) schließt Kotsenburg nicht zu Unrecht: „Er gehört nicht in diese Machtposition.“ Die Snowboarder diskutieren nun wieder, sich außerhalb der Fis zu organisieren.

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