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Kandidatur angekündigt : Thomas Bach will IOC-Präsident werden

  • Aktualisiert am

Seit 1991 im IOC: Thomas Bach Bild: dpa

Thomas Bach will Präsident des Internationalen Olympischen Komitees werden. Dies kündigte der bisherige stellvertretende IOC-Vorsitzende in einem Brief an die restlichen Mitglieder der Organisation an.

          Thomas Bach wird für das Präsidentenamt des Internationalen Olympischen Komitees kandidieren. Der 59 Jahre alte stellvertretende IOC-Vorsitzende aus Tauberbischofsheim informierte in einem Brief den ausscheidenden Präsidenten Jacques Rogge und die restlichen Mitglieder der Organisation von seinen Plänen. Dies bestätigte das IOC am Mittwochabend der Nachrichtenagentur dpa.

          An diesem Donnerstag will sich Bach in Frankfurt am Main dazu erklären. Von seinen potentiellen Gegenkandidaten hat noch keiner den Schritt an die Öffentlichkeit gewagt. Nach dem öffentlichen Bekenntnis von Thomas Bach will aber auch Richard Carrion zeitnah seine Kandidatur für das Präsidentenamt im IOC bekanntgegeben. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch aus gut informierten Kreisen. Der Banker aus Puerto Rico, einflussreicher Vorsitzender der IOC-Finanzkommission, gilt als härtester Rivale von Bach. Die Entscheidung, wer als neunter IOC-Präsident die Nachfolge von Rogge antritt, wird am 10. September in Buenos Aires von der IOC-Vollversammlung getroffen.

          Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes ist damit erst der zweite Deutsche nach Willi Daume (1980) der für das höchste Amt im Weltsport kandidiert. An der Spitze des DOSB steht Bach seit 2006, seit 1991 sitzt der Franke im IOC.

          Derzeit ist er Vorsitzender der Juristischen Kommission im IOC und Chef der Disziplinarkammer bei Olympischen Spielen. Bei den Winterspielen 2010 in Vancouver war er zum dritten Mal nach 2000 in Sydney und 2006 in Turin zum IOC-Vizepräsidenten gewählt worden.

          Blatter lobt Mut

          Aus den höchsten Sportpolitikkreisen bekam Bach Lob für sein Vorpreschen: FIFA-Präsident Joseph Blatter hat den Mut von IOC-Vizepräsident Thomas Bach im Wahlkampf um das höchste Amt im Weltsport gelobt. Der 59 Jahre alte Wirtschaftsanwalt aus Tauberbischofsheim bewirbt sich als zweiter Deutscher nach Willi Daume 1980 für das Präsidentenamt im Internationalen Olympischen Komitee und ging mit seinen Plänen als erster der Kandidaten an die Öffentlichkeit. „Das ist taktisch ein guter Schritt. Man muss Courage haben, sich in einem Wahlkampf als Erster darzustellen. Das finde ich gut“, sagte der Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Bachs Bekenntnis habe ihn in keinster Weise überrascht.

          DFB-Präsident Wolfgang Niersbach unterstützt Thomas Bach bei seiner Kandidatur für das Amt des IOC-Präsidenten. „Er hat uns persönlich von seiner Entscheidung informiert, und ich habe ihn spontan dazu beglückwünscht. Denn ich weiß, welch außergewöhnlich hohe Wertschätzung er im internationalen Sport genießt, über welch große Erfahrung und enorme Kompetenz er verfügt“, sagte Niersbach in einer Mitteilung des Deutschen Fußball-Bundes vom Donnerstag.

          Tröger sieht Bach als Favoriten

          Für das deutsche IOC-Ehrenmitglied Walther Tröger ist Thomas Bach der aussichtsreichste Kandidat für das höchste Amt im Weltsport. „Ich halte seine Entscheidung für sehr logisch. Er hat jahrelang drauf hingearbeitet. Stand heute ist er der klare Favorit“, sagte Tröger am Donnerstag. 

          Am Mittwochabend habe Bach das Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) von seiner Bewerbung um das IOC-Präsidentenamt informiert. Die DOSB-Spitzenfunktionäre hätten die Absichtserklärung einstimmig unterstützt, so Tröger.

          Die bisherigen IOC-Präsidenten auf einen Blick

          1) 1894 - 1896 Demetrius Bikilas (Griechenland)
          2) 1896 - 1925 Pierre de Coubertin (Frankreich)
          3) 1925 - 1942 Henri de Baillet-Latour (Belgien)
          4) 1942 - 1952 Sigfrid Edström (Schweden)
          5) 1952 - 1972 Avery Brundage (USA)
          6) 1972 - 1980 Michael Killanin (Irland)
          7) 1980 - 2001 Juan Antonio Samaranch (Spanien)
          8) 2001 - 2013 Jacques Rogge (Belgien)

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